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Industriemuseum: Der Übergang von der analogen zur digitalen Technik bei Automatisierungsanlagen

                                           Dipl.Ing. (FH) Lothar Starke

Inhaltsverzeichnis
Teil I
Die Entwicklung der analogen Automatisierungstechnik
Teil II
Die Voraussetzungen für die Digitalisierung in der Automatisierungstechnik
Teil III
Digitale Prozessleitsysteme
Teil IV
Die Entwicklung des digitalen Prozessleitsystems „audatec“ in den Geräte- und Regler-
Werken Teltow (GRW)

Teil V
Die Markteinführung des Prozessleitsystems „audatrec“
Teil VI
Die intelligente Fabrik, Smart Factory – Industrie 4.0

Teil I Die Entwicklung der analogen Automatisierungstechnik
Was ist Automatisierungstechnik?
Die Automatisierungstechnik ist ein unmittelbares Ergebnis der Entwicklung von industriellen Produktionsanlagen.
Die Realisierung industrieller Anlagen ist z.b. mit folgenden Innovationen verbunden:
– Dampfmaschine um  1785  Ersetzt menschliche Arbeit
– Siemens-Martin -Ofen ab 1856  zur Stahlerzeugung
– Dynamomaschine  ,Siemens 1866  zur Stromerzeugung
– Wärmekraftwerke ab 1880 zur Stromerzeugung
– Ammoniakherstellung 1911 , Haber – Bosch – Verfahren
– Kohleverflüssigung  1925,  Fischer -Tropsch- Verfahren

Die technologischen Anlagen  erforderten Einrichtungen um die Prozesse zu beherrschen und die Sicherheit zu gewährleisten (z. B. Vermeidung von Kesselexplosionen).
Notwendig war:
– die Prozessgrößen zu messen  (Unabdingbar)
– den gemessenen Zustand mit dem Soll zu vergleichen und
– durch Eingriffe in den Prozess die Abweichungen vom Soll zu beseitigen ( z. B. Ventile
bedienen)

Die Arbeit der Überwachung und des Eingriffs in den Prozess übernahm zunächst der Mensch, der war aber mit dieser Aufgabe schnell überfordert.

Deshalb kamen hinzu:
technische Einrichtungen zur Überwachung, Steuerung und Regelung.
Daraus ergab sich die Automatisierungstechnik mit den Aufgaben:
                         messen – steuern – regeln – überwachen  (MSR – Technik)

Erst in den 1970er Jahren setzte sich, aus dem englischen kommend, die Bezeichnung
                                   Automatisierungstechnik
durch.

Die Definition für die Automatisierungstechnik lautet:
Die Automatisierungstechnik ist ein fachübergreifendes Teilgebiet der Technik und eine Ingenieurwissenschaft, die alle Maßnahmen behandelt, Maschinen und Anlagen zu automatisieren, also selbstständig bei der  Mitwirkung von Menschen  zur Beobachtung und Bedienung.

Das wissenschaftliche Fundament der Automatisierungstechnik
In der 1. Etappe wurden im Zeitraum von 1870 bis zur Jahrhundertwende theoretische Grundlagen der Regeltechnik geschaffen.
Eine 2. Etappe an theoretischen Grundlagen folgte von 1928 bis 1944, was insbesondere durch die militärische Forschung im 2. Weltkrieg entstanden ist.
Eine 3. Etappe begann im 2. Weltkrieg und hält bis heute an,sie wird im wesentlichen durch die Fortschritte der Mikroelektronik und Computertechnik bestimmt.

Wesentliche Fortschritte der Automatisierungstechnik traten erst durch die rasante industrielle Entwicklung nach dem 2. Weltkrieg ab 1950 ein.
1957 wurde die IFAC gegründet (International Federation of Automatic Control).
Der Erste Lehrstuhl für Regelungstechnik wurde 1944 durch Hermann Schmidt an der TH Berlin-Charlottenburg gegründet.
Ab den frühen 50er Jahren wurden weitere Lehrstühle gegründet. Durch diese wurde die Theorie, die Ausbildung und die Anwendung der Automatisierungstechnik vorangetrieben.

Führende Wissenschaftler auf diesen Lehrstühlen waren:
Prof. H. Kindler 1955 TH Dresden (von 1938 bis 1945 bei Askana, Luftfahrtgeräte)
Prof. H. Wilhelmi 1960 TH Magdeburg (Vorher Entwicklungsleiter im GRW Teltow)
Prof. H. Töpfer 1969 TH Dresden, dann ab 1965 TH Magdeburg
Prof. W. Oppelt 1956 TH Darmstadt
Prof. O. Schäfer 1957 RWTH

Automatisierungsanlagen
Automatisierungsanlagen dienen der Automatisierung technologischer Anlagen und sind ein Ergebnis der Entwicklung dieser Anlagen.
Automatisierungsanlagen werden individuell nach den Anforderungen der technologischen Anlagen geschaffen (Aufgabenstellung).
Jede Automatisierungsanlage bedarf eines individuellen Entwurfs, sowie der Projektierung und Konstruktion und der Erarbeitung der Anwendersoftware für die Computer (Engineering).
Bei Serienanlagen ist oft auch nur eine Anpassung erforderlich.
Der Entwurf muss die optimale Erfüllung der Aufgabenstellung gewährleisten. Dazu sind die aktuellen Erkenntnisse der Wissenschaft, moderne Gerätesysteme und geltende Standards anzuwenden.
Der Leistungsumfang der Automatisierungsanlagen umfasst:
– die Vorbereitungsphase (Engineering)
– die Realisierung (Fertigung und Einkauf) einschließlich der Konstruktion und Fertigung individueller Lösungen
– die Montage in der technologischen Anlage
– Inbetriebsetzung mit der technologischen Anlage
– Dokumentation und
– Service und Instandhaltung
Als Voraussetzungen zur Entwicklung neuer Automatisierungsanlagen wurden 1970 in den Geräte- und Regler-Werken Teltow ein neuer Bereich zur Entwicklung von Automatisierungsanlagen und -geräte mit rd. 800 Mitarbeitern geschaffen.
Damit wurde erstmalig eine komplexe Anlagenentwicklung für Automatisierungsanlagen über alle Stufen der Vorbereitung und der Realisierung der Automatisierungsanlagen, über die Fertigung bis zur Montage auf der Baustelle, der Inbetriebsetzung und dem Service durchgeführt.
Es erfolgte eine Integration der Computertechnik (Prozessrechner) in die konventionellen Anlagen und der Einsatz der EDV für die Steuerung übergeordneter Funktionen.
GRW wurde mit diesem Schritt zum Systemintegrator für die Automatisierungstechnik der DDR. Als Ergebnis dieser Entwicklungsarbeit wurde 1972 die Generation neuer Automatisierungsanlagen ursamat  k 4000 eingeführt, die erste Großanlage war der 500 MW  Block Hagenwerder.

Lothar Starke
Vorsitzender

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Industriemuseum: Fraunhofer ISI zeigt Grenzen für Wasserstoff

Das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI in Karlsruhe und Leipzig hat in einer Studie die Grenzen für den Einsatz von Wasserstoff untersucht.
Wasserstoff gilt als Schlüssel zur Klimaneutralität. Er soll Flugzeuge antreiben, Häuser heizen und die Industrie retten.
Doch wie realistisch sind diese Szenarien?
Das Fraunhofer ISI hat in einem umfassenden Meta-Faktencheck mehr als 100 Studien ausgewertet.
Das Ergebnis ist eine deutliche Warnung vor zu viel Euphorie.
Wasserstoff ist eine wertvolle Ressource, aber er ist kein Allheilmittel. Wo die Grenzen liegen und warum wir uns bei der Infrastruktur konzentrieren müssen, zeigt die aktuelle Analyse.

Die physikalischen Grenzen
Das Hauptproblem des Wasserstoffs liegt in seiner Herstellung und Nutzung. Grüner Wasserstoff entsteht durch Elektrolyse. Dabei wird Wasser mit Strom in Wasserstoff und Sauerstoff gespalten.
Schon in diesem Schritt entstehen Verluste, für 1 Kg Wasserstoff werden 50 – 60 KwH benötigt.
Hinzu kommen weitere Verluste entlang der Kette:
* Erzeugung: Elektrolyse reduziert den Wirkungsgrad deutlich
* Logistik: Kompression oder Verflüssigung kostet zusätzliche Energie
* Anwendung: In Brennstoffzellen oder bei der Verbrennung gehen weitere Anteile verloren

Am Ende bleibt oft nur ein Teil der ursprünglich eingesetzten Energie übrig. Deshalb ist Wasserstoff überall dort im Nachteil, wo Strom direkt genutzt werden kann. Das insbesondere den PKW-Verkehr und die Gebäudeheizung. Wärmepumpen und batterieelektrische Fahrzeuge nutzen Energie deutlich effizienter.

Wo Wasserstoff unverzichtbar bleibt
In diesen Bereichen ist der Einsatz sinnvoll:
* Chemische Industrie: Grundstoff für Ammoniak, Methanol und weitere Produkte
* Stahlindustrie: Wasserstoff ersetzt Kohle bei der Reduktion von Eisenerz
* Schwerlastverkehr: Luftfahrt, Schifffahrt und Teile des Güterverkehrs und Arbeitsgeräte
Diese Anwendungen haben eines gemeinsam: sie lassen sich nur schwer oder gar nicht
direkt elektrifizieren.

Infrastruktur und technische Grenzen
Der Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft ist ein Systemproblem. Damit Wasserstoff genutzt werden kann, braucht es eine komplett neue Infrastruktur.
* Pipelines: Der Ausbau ist teuer und dauert Jahre. Die Umrüstung bestehender Erdgasnetze ist technisch begrenzt, etwa durch Materialanforderungen und unterschiedliche Druckstufen
* Speicherung: Auch hier bestehen Einschränkungen, unterirdische Salzkavernen sind nur
beschränkt verfügbar
* Strukturelles Dilemma: Unternehmen investieren erst, wenn die Versorgung und die Preise
gesichert sind. Netzbetreiber bauen aber erst, wenn genügend Nachfrage vorhanden ist
* Solange erneuerbare Energien knapp bleiben, bleibt auch Wasserstoff knapp

Kosten und Markt
Ein zentrales Hindernis liegt in der Wirtschaftlichkeit. Grüner Wasserstoff ist derzeit deutlich teurer als fossile Alternativen und teurer als direkte elektrische Lösungen.
Die Kosten hängen von drei Faktoren ab:
* Strompreis
* Auslastung der Elektrolyseanlagen
* Investitionskosten: Hinzu kommt ein strukturelles Marktproblem: Hohe Investitionskosten treffen auf unsichere Rahmenbedingungen. Fehlende Abnahmegarantien, volatile Förderprogramme und unklare CO2- Preise bremsen viele Projekte aus.

Neue Abhängigkeit durch Importe
Deutschland wird seinen Bedarf an Wasserstoff nicht selbst decken können: Schätzungen gehen davon aus, dass bis zu 80 % importiert werden müssen. Das schafft neue Abhängigkeiten.
Statt fossiler Energieträger entstehen globale Lieferketten für Wasserstoff.
Der Transport über große Distanzen erfordert häufig die Umwandlung in Trägermedian wie Ammoniak oder Flüssigwasserstoff. Dabei entstehen zusätzliche Energieverluste und Kosten.
Importe lösen das Problem daher nur teilweise, sie verschieben es in andere Regionen und Systeme.

Quelle: ISI gekürzt

Lothar Starke
Vorsitzender

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Unser Kooperationspartner SIGNAL IDUNA informiert:

Mehrwert bKV: Ein starker Vorteil in unsicheren Zeiten

Die Kosten im deutschen Gesundheitswesen steigen. Das spüren viele gesetzlich Versicherte direkt im Geldbeutel – durch höhere Zusatzbeiträge ihrer Krankenkasse. Genau hier zeigt sich der große Wert der betrieblichen Krankenversicherung (bKV) der SIGNAL IDUNA. Während die finanzielle Belastung in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) zunimmt, bleibt die arbeitgeberfinanzierte bKV 2026 beitragsstabil – es erfolgte keine Beitragsanpassung.

Damit bietet diese Form der betrieblichen Absicherung eine verlässliche Stabilität und weiterhin starke Zusatzleistungen. Sie ist und bleibt somit auch ein persönliches Upgrade für eine exzellente Gesundheitsversorgung, dessen Wert gerade in unsicheren Zeiten immer wichtiger wird.

Die aktuellen Entwicklungen im Gesundheitssystem verdeutlichen diesen Vorteil. So stieg der durchschnittliche Zusatzbeitrag in der GKV im Jahr 2026 auf 2,9 Prozent, wobei einige Kassen bereits vorher schon hohe Sätze verlangten, was die finanzielle Last erhöhte. Gleichzeitig wurde die Beitragsbemessungsgrenze auf 69.750 € jährlich angehoben.

Davon unberührt bietet die betriebliche Krankenversicherung von SIGNAL IDUNA verlässliche Stabilität und starke Zusatzleistungen. Ein entscheidender Vorteil ist der sofortige Schutz ohne Wartezeiten und ohne Gesundheitsprüfung. Das bedeutet, dass auch bereits laufende Behandlungen mitversichert sind.

Mit den innovativen Budget-Tarifen wie GesundAKTIV+ kann ein jährliches Gesundheitsbudget flexibel für eine Vielzahl von Leistungen genutzt werden – von Zahnersatz, professioneller Zahnreinigung, Bleaching oder Sehhilfen und alternativen Heilmethoden sowie wichtigen Vorsorgeuntersuchungen. Obendrein sind wichtige Assistance-Leistungen, wie ein Arzttermin-Service oder eine 24/7-Gesundheitsberatung, immer beitragsfrei enthalten.

Ein weiterer Pluspunkt ist die Möglichkeit, Familienangehörige zu attraktiven Konditionen mitzuversichern (arbeitnehmerfinanziert) und so den Schutz auf die Liebsten auszuweiten.

Die bKV der SIGNAL IDUNA ist ein starkes Zeichen der Wertschätzung und ein wichtiger Baustein für die Gesundheit der Mitarbeitenden, die auch in Zukunft Sicherheit und exzellente Leistungen bietet.

Weitere Infos:

SIGNAL IDUNA Gruppe
Gebietsdirektion Berlin
Bismarckstr. 101
10625 Berlin
Mail: gd.berlin@signal-iduna.de

Foto und Text: SIGNAL IDUNA

EXPO 2035: Jahrhundertchance für Berlin und Brandenburg

Eine erfolgreiche Bewerbung der Metropolregion Berlin-Brandenburg um die EXPO 2035 ist ein bedeutender wirtschaftlicher Wachstumstreiber für die gesamte Region und ein gesellschaftliches Zukunftsprojekt. Sie eröffnet die einmalige Möglichkeit, wirtschaftliche Dynamik, internationale Sichtbarkeit und strukturelle Entwicklung in einem Jahrzehnt gezielt voranzutreiben.

Milliardenimpuls für die Region
Die EXPO 2035 kann einen wirtschaftlichen Effekt von rund 10 Milliarden Euro für Berlin und Brandenburg auslösen. Bundesweit werden sogar über 20 Milliarden Euro zusätzliche Wertschöpfung erwartet. Investitionen, Besucherausgaben und langfristige Folgeprojekte sorgen für nachhaltige Wachstumsimpulse und stärken die regionale Wirtschaft substanziell.

30 Millionen Gäste als Wachstumsmotor
Mit bis zu 30 Millionen Besucherinnen und Besuchern wird die EXPO zu einem der größten Publikumsmagnete Europas. Davon profitiert insbesondere Brandenburg: steigende Übernachtungszahlen, höhere Auslastung und zusätzliche Umsätze sorgen für einen breiten wirtschaftlichen Aufschwung – auch außerhalb der Metropole.

Schub für Infrastruktur und Bauwirtschaft
Die EXPO wirkt bereits lange vor 2035 als Konjunkturprogramm:
• Ausbau von Verkehrs- und Digitalinfrastruktur
• Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren
• Starke Impulse für die Bauwirtschaft über fast ein Jahrzehnt
Gerade für Brandenburg entstehen dadurch neue Entwicklungsperspektiven und dauerhafte Standortvorteile.

Boom für Tourismus, Hotellerie und Gastronomie
Die Weltausstellung bringt zusätzliche Dynamik in die gesamte Dienstleistungsbranche:
• steigende Nachfrage nach Unterkünften
• Wachstum in Gastronomie und regionalem Tourismus
• neue Investitionen und Geschäftsmodelle
Insbesondere ländliche Regionen profitieren von einer deutlich höheren wirtschaftlichen Aktivität.
 
Internationale Positionierung und Zukunftsfähigkeit Die EXPO stärkt die globale Wahrnehmung von Berlin und Brandenburg als leistungsfähiger Wirtschafts- und Innovationsstandort. Sie bietet die Chance, die Region international sichtbar zu positionieren und langfristig Investitionen, Unternehmen und Fachkräfte anzuziehen.

Jetzt handeln: Die Jahrhundertchance nutzen Die EXPO 2035 ist eine echte Jahrhundertchance für Berlin und Brandenburg. Damit diese realisiert werden kann, müssen die Landesregierungen beider Länder bis Mai ihre Zustimmung geben. Nur dann kann der Bundeskanzler die nationale Bewerbung aktiv vorantreiben und Deutschland im internationalen Wettbewerb positionieren.

Fazit: Die EXPO 2035 steht für Wachstum, Beschäftigung und internationale Strahlkraft. Sie ist kein kurzfristiges Event, sondern ein langfristiger Entwicklungsmotor – und eine Jahrhundertchance, die jetzt entschlossen genutzt werden muss.

Kontakt und weitere Informationen
Henning Wehmeyer, Geschäftsführer EXPO 2035 Berlin GmbH
henning.Wehmeyer@expo2035-berlin.com https://expo2035-berlin.com

Foto: Copyright EXPO 2035 Berlin GmbH

Text: Henning Wehmeyer, CEO EXPPO 2035 Berlin GmbH

15. Ostdeutsches Energieforum am 30.09. bis 01.10.26 in Leipzig

Das 15. Ostdeutsche Energieforum am 30.09. und 01.10.2026 auf dem Campus Jahnallee der Universität Leipzig steht für fundierten Austausch, klare Perspektiven und verlässliche Netzwerke in Zeiten der Transformation. Hier kommen führende Akteure aus Wirtschaft, Politik, Gesellschaft und Wissenschaft zusammen, um die energiepolitischen und wirtschaftlichen Weichen für Ostdeutschland zu stellen.

Nutzen Sie das Forum, um Impulse für Ihr Unternehmen zu gewinnen und neue Partnerschaften zu entwickeln. Sichern Sie sich Ihr Early-Bird-Ticket bis zum 30. Juni. Mitglieder des UV BB erhalten einen zusätzlichen Rabatt auf die Teilnahmegebühr.

Weitere Informationen

Foto und Text: UV Sachsen

HI-MAP™ Führungskräfte-Training – exklusiv für UVBB-Mitglieder mit 25 % Rabatt

Mit dem HI-MAP™ (High Impact Manager Accelerator Program) bietet The Alternative Board (TAB) – Accelerator Coaching Hub (ACH) ein praxisorientiertes Trainingsprogramm zur gezielten Weiterentwicklung von Führungskräften.

Das Programm richtet sich an Unternehmen mit mehr als 10 Beschäftigten und unterstützt Führungskräfte dabei, reale Herausforderungen im Unternehmensalltag zu meistern und nachhaltige Ergebnisse zu erzielen.

Weiter

Foto: The Alternative Board Peer-to-Peer Management GmbH
Text: Adalbert Kurkowski

Industriemuseum: Elektrochemisches Verfahren ermöglicht Rückgewinnung wertvoller Rohstoffe

Mit dem Projekt „MeGaBat-Methoden zur elektromechanischen Gewinnung aktiver Batteriematerialien“ entwickeln die Forschenden des Fraunhofer-Instituts für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung (IFAM) in Bremen ein elektrochemisches Verfahren, mit dem sich Materialien wie Lithium, Kobalt und Nickel beim Recyceln von Batterien isolieren lassen. Auch seltene Erden sollen zukünftig zurückgewonnen werden.

Der Umfang an Lithium-Ionen Akkus
Die Nachfrage nach Lithium-Ionen-Akkus steigt. Sie sind unverzichtbar, wenn es um Elektroautos, Smartphones oder Laptops geht. Laut einer Studie der Unternehmensberatung Deloitte ist der Wert der Lithiumimporte in Deutschland zwischen 2013 und 2023 von 514 Millionen € auf 21 Milliarden € gestiegen. Auch Rohstoffe wie Kobalt oder Nickel sind von hoher wirtschaftlicher Bedeutung aber nur schwer zugänglich. Ihr Import fördert globale Abhängigkeiten.

Technologie zur Rückgewinnung kritischer Rohstoffe
Die Idee hinter der Technologie: Das Prozesswasser, das beim Recycling von Batterien anfällt, wird in einen elektrochemischen Reaktor geleitet. Im Reaktor befinden sich zwei Elektroden, die am Fraunhofer IFAM mittels Siebdruck hergestellt wurden. Dank ihrer speziellen Eigenschaften entziehen die Elektroden dem Abwasser gezielt Ionen und speichern diese. So können sie etwa Lithium-Ionen binden und am Ende des Prozesses entsteht der separierte Stoff in Pulverform und hoher Reinheit.
Nach der Isolation des gewünschten Stoffes wird das gereinigte Wasser zurückgeführt.
Werden die Elektroden entsprechend angepasst, können sie auch andere knappe Rohstoffe binden und aus dem Abwasser zurückgewinnen, z.B. Kobalt, Nickel oder Kupfer.
Langfristig ist denkbar, dass in einer großen Anlage das Abwasser durch mehrere Reaktoren geleitet wird und so innerhalb derselben Anlage unterschiedliche kritische Rohstoffe recycelt werden.

Im Gegensatz zu bisherigen Ansätzen zur Aufbereitung wie dem hydrometallurgischen Verfahren, das sehr CO2 und energieintensiv ist, kommt die neue Technologie ohne Chemikalien wie Lauge oder Säure aus, benötigt weniger Energie und ist damit günstiger.

Zudem lässt sich neben der Reinheit der rückgewonnenen Rohstoffe auch die Effizienz des gesamten Verfahrens steigern. Schätzungen zufolge um 30 bis 40 Prozent – ein entscheidender Vorteil. Gemäß EU-Verordnung müssen Hersteller künftig häufiger den gesamten CO2- Fußabdruck vom Rohstoff bis zum Produkt nachweisen, in neuen Produkten muss außerdem mehr recyceltes Material eingesetzt werden, Die Frage nach Effizienz und Qualität der Rückgewinnung wird also immer wichtiger.

Stand der Entwicklungen
Im Labor des Fraunhofer IFAM wurde die neue Technologie erfolgreich erprobt, gegenwärtig erfolgt die Arbeit an einer großen Pilotanlage. Dort können sich künftig auch Seltene Erden
rückgewinnen lassen, etwa aus Elektroabfällen.
Ein Modell des elektrochemischen Verfahrens wurde auf der Messe in Hannover präsentiert.

Das Projekt MeGaBat läuft noch bis Ende 2028, befördert wird es vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt.

Quelle. IFAM                                                     

Lothar Starke
Vorsitzender

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Foto: Industriemuseum Region Teltow e.V.

Industriemuseum: Punktwolken, Radar und Laser

Punktwolken, Radar und Laser: Neue Perspektiven auf eine dynamische Erde

Das war das Thema für einen Vortrag, den Herr Prof. Dr. Bodo Bookhagen, Universität Potsdam, Institut für Geowissenschaften am 14. April 2026 im Industriemuseum Teltow gehalten hat.
Herr Prof. Dr. Bookhagen ist Leiter des Bereiches Fernerkundung.

Der Vortrag erfolgte im Rahmen der gemeinsamen Veranstaltungen des Vereins Industriemuseum Region Teltow e.V. und des Unternehmerverbandes Brandenburg – Berlin e.V.

Das Institut für Geowissenschaften der Universität Potsdam
Die Geowissenschaften untersuchen die Kräfte und Prozesse, welche die Umgestaltung unseres Planeten seit mehreren Milliarden Jahre antreiben, Ozeanbedecken und Gebirge entstehen lassen und sie wieder zerstören.
Hierzu gehören die Analyse der Entstehung von Rohstoffen und ihre Aufspürung mit modernsten Aufnahmetechniken, die Einschätzung von Naturgefahren und Georisiken, die Evolution der Organismen und ihre Beziehung zur festen Erde sowie in zunehmendem Maße die Auswirkungen menschlichen Handelns und des globalen Wandels auf die Erdoberfläche, unser Habitat.

Die Gruppe Fernerkundungs-Erdoberflächenprozesse untersucht die physikalischen, klimatischen und ökologischen Kräfte, die die Erdoberfläche prägen.
Die Forschung umfasst eine breite Palette von räumlichen und zeitlichen Skalen – von der Überwachung der subjährlichen, unterirdischen Bodenverformung mit dem Synthetic Aperture Radar (SAR) über die Untersuchung der topografischen Entwicklung im kontinentalen Maßstab über Jahrzehnte mit Satellitenklimadaten und digitalen Höhenmodellen bis hin zur Rekonstruktion von Millennial-Erosion und Sedimenttransport mit kosmogenen Radionukliden (CRN).

Die Grundlagen für die Fernerkundung
Herr Prof. Dr. Bookhagen hat sich in seinem Vortrag auf Punktwolken (Lidar und Fotogrammetrie) sowie Radarfernerkundung (InSAR) konzentriert und deren Integration diskutiert. Mit Fallbeispielen aus verschiedenen geowissenschaftlichen Kontexten wurde die Anwendung dieser Methoden veranschaulicht.

LiDAR (Light Detection and Ranging) ist eine Fernerkundungstechnologie, die Laserstrahlen nutzt, um Entfernungen zu Objekten präzise zu messen und 3D-Umgebungsmodelle zu erstellen.
Durch die Analyse reflektierter Pulse ermöglicht es hochauflösende Kartierungen und Objekterkennungen.

Punktwolken sind das Ergebnis wiederholter Messungen die in einer Datenstruktur, einem Gitter, als eine zweidimensionale oder mehrdimensionale Matrix (array) dargestellt werden.
Jede Punktposition besitzt einen Satz kartesischer Koordinaten (XYZ) sowie weitere Attribute (z.B. spektrale Informationen, Laserimpuls-Matriken oder Nachbarschaftsinformationen.

Anwendungsbeispiel Umwelt
Durch unterschiedliche Wellenlängen können spezifische Informationen erreicht werden, dazu werden folgende Wellenlängen genutzt:
* X-Band 3 cm
* C-Band 6 cm
* L-Band 24 cm
* P-Band 65 cm

Klassifizierung von Vegetation
Durch LiDARA- Messungen kann die Vegetation in ihrem unterschiedlichen Aufbau von der Baumkrone über der Stamm bis zum Erdboden aufgeschlüsselt werden und auch die Bestimmung unterschiedlicher Baumarten und ihr Vital-zustand ist möglich.
Mit der Erfassung weiterer Objekte eines Gebietes wie Gebäude und Straßen entsteht die genaue Klassifizierung eines Gebietes, im Vortrag wurde das an einem Bereich von Berlin vorgestellt.
Solche LiDA Dateien sollen alle 5 Jahre aufgenommen werden, um die Veränderungen zu dokumentieren.

Geothermie
Im Vortrag wurde das Olkaria Geothermische Feld in Olkaria in Ost-Afrika behandelt bei dem seit 1950 eine geothermische Nutzung erfolgt. Seit 1981 wird Strom produziert, derzeit mit 278 MW.
Durch eine Bohrung strömt das heiße Wasser mit eigenem Druck an die Oberfläche, das austretende Wasser wurde bisher nicht in den Erdboden zurückgeführt.
Seit 2016 erfolgen kontinuierliche Messungen, durch diese wurde festgestellt, das eine 10 Km breite Absenkung über dem Operationsgebiet besteht mit einer Absenkung von ca. 2,5 cm pro Jahr und einem Druckabfall von 1 – 2 bar pro jahr.
Als Ursache wurde ermittelt, das die Entnahme großer Fluidmengen zu einem Volumenverlust im Untergrund führt. Als Konsequenz wird eine Rückführung des entnommenen Wassers in den Boden vorbereitet.

Beobachtungen der dynamischen Erde
In dem Vortrag wurden Beispiele der dynamischen Entwicklung ausgewählter Regionen der Erde vorgestellt. Ein Beispiel ist die Entwicklung der Erdbewegungen in der Türkei durch die Afrikanische, Anatolische und Eurasische Platte.

Kontakt: bodo.bookhagen@uni-potsdam.de

Lothar Starke
Leiter des Arbeitskreises Innovative Technologien im
Unternehmerverband Brandenburg – Berlin e.V.

Foto: Industriemuseum Region Teltow e.V.

Bericht als PDF

PM der IG: Berlin – wir haben ein Problem: Spritpreise außer Kontrolle

Die anhaltend hohen Spritpreise entwickeln sich für viele Unternehmen und Beschäftigte zu einer immer größeren Belastung. Die Interessengemeinschaft Ostdeutscher Unternehmerverbände kritisiert die Bundesregierung deshalb mit aller Deutlichkeit:

Während Betriebe, Beschäftigte und Familien unter immer weiter steigenden Kosten leiden, bleibt aus Berlin erneut nur Untätigkeit, Schönfärberei und politische Hilflosigkeit. Tausende Insolvenzen drohen.

Präsident Matthias Kunze vom Unternehmerverband Norddeutschland Mecklenburg-Schwerin: „Besonders betroffen sind kleine und mittlere Unternehmen, Handwerksbetriebe, Transportunternehmen, Pflegedienste und all jene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die jeden Tag auf ihr Fahrzeug angewiesen sind, um überhaupt ihrer Arbeit nachgehen zu können. Die wirtschaftlichen Warnsignale sind unübersehbar. Die Insolvenzen erreichen erneut Höchststände und die Zahl der Firmenabmeldungen liegt noch darüber. Wir hören hierzu tagtäglich besorgniserregende Berichte aus der Unternehmerschaft. Das ist ein alarmierendes Zeichen für den Zustand unseres Wirtschaftsstandortes.“

Wer die Leistungsträger Deutschlands immer weiter mit steigenden Kosten belastet, gefährdet nicht nur einzelne Unternehmen, sondern Wertschöpfung, Versorgung, Arbeitsplätze und die wirtschaftliche und gesellschaftliche Stabilität ganzer Regionen.

Statt endlich wirksame Entlastungen auf den Weg zu bringen, schaut die Bundesregierung dem Preisdruck tatenlos zu. Kleine und mittlere Unternehmen stehen seit Monaten unter massivem Druck. Ihnen fehlen Aufträge und damit die Einnahmen. Die Belastungen steigen weiter oder verharren auf einem Niveau, das für viele Betriebe nicht mehr tragbar ist.

Versprochene Effekte aus den enormen Sonderschulden des Bundes lassen zudem auf sich warten. Um die Wirtschaft zu stützen, läuft jedoch die Zeit davon.

Besonders hart trifft es jene, die keine Ausweichmöglichkeiten haben: Handwerksbetriebe, die täglich zu ihren Kunden fahren müssen. Pflegedienste, die auf dem Land eine unverzichtbare Versorgung sicherstellen. Transport- und Logistikunternehmen, die Waren und Materialien bewegen. Und nicht zuletzt tausende Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die morgens ins Auto steigen müssen, um überhaupt ihren Arbeitsplatz zu erreichen. Sie alle werden von der Bundesregierung mit ihren Problemen allein gelassen. Die Folgen sind längst sichtbar. Immer mehr Unternehmen kämpfen schlicht ums Überleben. In der ohnehin angespannten Lage werden die überhöhten Spritpreise zu einer existenziellen Bedrohung.

Es ist nicht länger akzeptabel, dass die Bundesregierung dieser Entwicklung nichts Wirksames entgegensetzt. Wer ständig über Transformation, Wettbewerbsfähigkeit und Zukunftssicherung spricht, darf die akuten Sorgen der Betriebe nicht ignorieren.

Dr. Burkhardt Greiff, Sprecher der Interessengemeinschaft Ostdeutscher Unternehmerverbände fordert die Bundesregierung auf, endlich entschlossener zu handeln und spürbare Entlastungen auf den Weg zu bringen. Nach Jahren der Krise und ohne Wirtschaftswachstum sind befristete Tankrabatte und Prämien nur kosmetische Anpassungen.

Wir fordern endlich tiefgreifende Reformen auf den Weg zu bringen. Milliardenschulden mittels Sondervermögen lösen keine Probleme, sie schaffen neue.                                                           

Dr. Burkhardt Greiff
Sprecher der Interessengemeinschaft der
Unternehmerverbände Ostdeutschlands und Berlin

Pressemitteilung als PDF

Foto: Interessengemeinschaft der Unternehmerverbände Ostdeutschlands und Berlin

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Hier finden Sie unsere neue Broschüre.

Sehr geehrte Unternehmerinnen und Unternehmer, sehr geehrte Netzwerkpartner und Interessierte,

der Unternehmerverband Brandenburg-Berlin e.V. (UVBB) freut sich, Ihnen unsere neueste Broschüre präsentieren zu dürfen. Sie bietet Ihnen kompakt und praxisnah Einblicke in unsere aktuellen Schwerpunkte, Positionierungen und Angebote – speziell zugeschnitten auf die Bedürfnisse der brandenburgischen und Berliner Wirtschaft.

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Die Broschüre informiert Sie über:

  • Unsere zentralen wirtschaftspolitischen Forderungen und Initiativen
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