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Forderungspapier der Lausitzer Wirtschaft an die neue Landesregierung des Landes Brandenburg

Die Wirtschaft der Lausitz begrüßt die Bildung der neuen Landesregierung in Brandenburg ausdrücklich. Mit der Ernennung von Frau Martina Klement als Wirtschaftsministerin sowie ihres Staatssekretärs, Herrn Dr. Markus Niggemann verbindet die regionale Wirtschaft große Erwartungen und zugleich große Zuversicht. Die fachlichen Profile und bisherigen Arbeitsschwerpunkte der neuen Hausspitze im Wirtschaftsministerium werden in den Unternehmen der Region als klares Signal für wirtschaftspolitische Kompetenz, Innovationsorientierung und eine starke Ausrichtung auf industrielle Investitionen im Rahmen des Net Zero Valley Lausitz verstanden.

Gerade für eine Transformationsregion wie die Lausitz ist eine wirtschaftspolitisch starke und entscheidungsfähige Landesregierung von zentraler Bedeutung. Die nun bestehenden politischen Mehrheitsverhältnisse eröffnen die Möglichkeit, schnelle und klare wirtschaftspolitische Entscheidungen zu treffen. Die neue Landesregierung muss die vorhandenen Handlungsspielräume allerdings auch konsequent nutzen, um die Rahmenbedingungen für Investitionen, Innovation und Wachstum spürbar zu verbessern.

Vor diesem Hintergrund richtet die organisierte Wirtschaft der Lausitz folgende zentrale Erwartungen an die neue Landesregierung.

Konsequenter Bürokratieabbau
Unternehmen sehen sich seit Jahren mit einer stetig zunehmenden Regulierung konfrontiert. Dokumentationspflichten, komplexe Genehmigungsverfahren und immer neue gesetzliche Anforderungen binden erhebliche personelle und finanzielle Ressourcen in den Unternehmen. Besonders kleine und mittelständische Betriebe leiden unter dieser Entwicklung.

Für die Wirtschaft der Lausitz ist deshalb klar: Ohne einen raschen und spürbaren Abbau bürokratischer Belastungen wird es nicht gelingen, die wirtschaftliche Transformation der Region erfolgreich zu gestalten.

Die Landesregierung ist aufgefordert, den Bürokratieabbau zu einer zentralen wirtschaftspolitischen Aufgabe zu machen. Neue Vorschriften müssen systematisch darauf überprüft werden, ob sie zusätzliche Belastungen für Unternehmen verursachen. Wo neue Regelungen unvermeidbar sind, müssen bestehende Vorschriften gleichzeitig reduziert oder abgeschafft werden. Genehmigungs- und Planungsverfahren müssen deutlich vereinfacht und beschleunigt werden, insbesondere bei industriellen Investitionen und Infrastrukturprojekten.

Hierzu kann und sollte die  Arbeit des Sonderausschusses Bürokratieabbau des Landtages einen wichtigen Beitrag leisten.

Das Net Zero Valley Lausitz bietet sich dabei an, als Modellregion für eine moderne, wirtschaftsfreundliche Verwaltung zu dienen. Dabeikann die Einführung weitreichender Experimentierklauseln von größter Bedeutung sein, um bereits identifizierte hinderliche Strukturen zu ersetzen.

Ein konsequenter Bürokratieabbau stärkt die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen, schafft Freiräume für Innovation und verbessert die Attraktivität des Standortes für neue Investitionen.

Politische Unterstützung für das Net Zero Valley Lausitz
Die Lausitz hat das Potenzial, sich zu einem der wichtigsten Standorte für klimaneutrale Industrie in Europa zu entwickeln. Mit dem Net Zero Valley Lausitz entstehen neue industrielle Perspektiven in den Clustern Batterien und Speicher, Wasserstofftechnologien, Stromnetztechnologien und Sektorenkopplung.

Damit diese Entwicklung erfolgreich sein kann, braucht es eine klare und sichtbare politische Unterstützung auf Landesebene. Die Landesregierung sollte die Entwicklung des Net Zero Valley Lausitz zu einem zentralen industriepolitischen Projekt erklären und entsprechende Ansiedlungen aktiv unterstützen. Dazu gehören priorisierte Genehmigungsverfahren, gezielte Förderprogramme und eine beschleunigte Entwicklung von Industrieflächen und Infrastruktur.

Ein erfolgreiches Net Zero Valley Lausitz würde nicht nur neue industrielle Arbeitsplätze schaffen, sondern auch internationale Investitionen anziehen und langfristige Wertschöpfung in der Region sichern. Gerade im Zusammenhang mit dem Kohleausstieg bietet sich hier die Chance, der Lausitz eine neue industrielle Zukunft zu eröffnen und sie zu einem führenden Standort der europäischen Energiewendeindustrie zu entwickeln.

Digitalisierung der Verwaltung und der Förderverfahren
Ein entscheidender Standortfaktor für Investitionen ist die Geschwindigkeit staatlicher Verfahren. Unternehmen investieren dort, wo Genehmigungen, Förderentscheidungen und administrative Abläufe schnell und effizient organisiert sind.

In Brandenburg und auch in der Lausitz sind Verwaltungs- und Förderprozesse jedoch häufig noch immer zu komplex, zu langwierig und zu stark von analogen Abläufen geprägt. Für Unternehmen bedeutet dies unnötige Kosten, Planungsunsicherheit und oftmals erhebliche Verzögerungen bei Investitionsprojekten.

Die Wirtschaft der Lausitz erwartet daher eine konsequente Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung. Förderverfahren müssen vollständig digital abgewickelt werden können – von der Antragstellung über die Prüfung bis zur Bewilligung. Gleiches gilt für Genehmigungs- und Planungsverfahren bei Investitionen und Bauprojekten. Digitale Verfahren müssen landesweit einheitlich organisiert werden.

Verbindliches Controlling nach Unternehmensvorbild
Die Wirtschaft fordert die Einführung eines öffentlichen „Lausitz-Dashboards“ mit klaren Kennzahlen (KPIs). Der Fortschritt der Transformation muss transparent gemessen und berichtet werden, um den Erfolg sicherzustellen und Steuergelder effizient einzusetzen.

Gemeinsame Verantwortung für die wirtschaftliche Zukunft der Lausitz
Die organisierte Wirtschaft der Lausitz sieht sich als aktiver Partner der Politik bei der Gestaltung des Strukturwandels. Unternehmen, Wirtschaftsverbände, Wissenschaftseinrichtungen und Kommunen der Region sind bereit, Verantwortung zu übernehmen und gemeinsam an der wirtschaftlichen Entwicklung der Lausitz zu arbeiten.

Vor diesem Hintergrund laden wir die Ministerin für Wirtschaft und Europa des Landes Brandenburg, Frau Martina Klement sowie den Staatssekretär, Herrn Dr. Markus Niggemann jederzeit herzlich zu einer Gesprächsrunde mit unseren Mitgliedern nach Cottbus ein.

Lausitz, 18. März 2026

Ralf Henkler
Leiter der Wirtschaftsregion Brandenburg
Der Mittelstand BVMW

Marion Hirche
Landgeschäftsführerin Bundesverband für Wirtschaftsförderung und Außenwirtschaft

Janet Jurk
Vorstandsvorsitzende Pro Lausitz e.V.

Ralf Möbius
Geschäftsführer der Geschäftsstelle des UVB e.V. Cottbus/Frankfurt (Oder)

Roland Peine
Vizepräsident UVBB Unternehmerverband Brandenburg-Berlin e.V.

Katrin Bartsch
Vorstandsvorsitzende WiL – Wirtschaftsinitiative Lausitz e.V.

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5. LAUSITZFORUM 2038 am 04.11.2026

Die Lausitz steht vor einem historischen Wandel. Der Strukturwandel bringt viele Herausforderungen – aber auch enorme Chancen! Beim 5. LAUSITZFORUM 2038 treffen erneut Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft aufeinander, um innovative Lösungen zu entwickeln und den Mittelstand zu stärken. Das Forum ist mehr als eine Konferenz – es ist eine Plattform für den wirtschaftlichen Wandel, ein Schaufenster für Erfolgsgeschichten und eine Bühne für mutige Ideen. Nutzen Sie die Gelegenheit, Ihre Stimme einzubringen, Lösungen zu diskutieren und die Zukunft der Lausitz aktiv mitzugestalten!

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Foto und Text: UV Sachsen und UV Brandenburg-Berlin

Potsdamer Gespräche des UVBB mit Oberbürgermeisterin Noosha Aubel am 03.03.26

Zum Auftakt der „Potsdamer Gespräche“ 2026 des Unternehmerverbands Brandenburg-Berlin (UVBB) begrüßte Nico Danneberg (1. Vizepräsident des UVBB) am Abend des 3. März, gemeinsam mit den Gastgebern von der BARMER, Andreas Lamm und Nico Huber, die Oberbürgermeisterin von Potsdam, Noosha Aubel.

Frau Aubel berichtete vor über 40 Gästen offen und gut gelaunt über die ersten 131 Tage ihrer Amtszeit. So zitierte sie gleich zu Beginn ihres Vortrags die ihr häufig gestellte Frage, ob sie es bereue, Oberbürgermeisterin von Potsdam geworden zu sein? Sie bereue es nicht, sondern setze vielmehr gerne zielorientiert alle wichtigen Themen um, die Potsdam betreffen.

Ihre Agenda
Ganz oben auf der Agenda der Oberbürgermeisterin steht das Thema Wohnungsbau. „Familien verlassen die Stadt“, so Frau Aubel, begründet durch fehlenden Wohnraum. Um dem entgegenzuwirken, hat die Stadt Potsdam der Stadtverordneten-Versammlung Ende Februar ein sog. Moratorium vorgeschlagen. Dies beinhaltet, dass bestimmte aktuell noch gültige gesetzliche Bau-Vorgaben ausgesetzt und geltende Standards überprüft werden. „Das Moratorium“, so Noosha Aubel, „gäbe uns den notwendigen Spielraum, die bisherigen über die bundesweiten Vorgaben hinausgehenden Standards sorgfältig zu prüfen und so anzupassen, dass ökologische Anforderungen, Wirtschaftlichkeit und soziale Aspekte ausgewogen zusammenwirken – damit wir Bauprojekte schneller und kosteneffizient realisieren können. Wenn pauschale Bau-Vorgaben unter den heutigen Bedingungen Projekte verzögern oder gar verhindern, müssen wir sie hinterfragen. Bezahlbarer Wohnraum ist eine zentrale soziale Frage!“

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Foto: UVBB
Bildunterschrift: v.l.n.r.: Nico Huber, Andreas Lamm, Noosha Aubel, Nico Danneberg
Text: Roman Auchter (vita regulativ) und OB Noosha Aubel

Wahlforum der Unternehmerverbände zur Landratswahl in Spree-Neiße

Drebkau: Mit mehr als 60 Bürger:innen und den Kandidat:innen für das Amt der Landrätin bzw. des Landrats fand am 2. März 2026 ein lebhaftes Wählerforum statt. Die hohe Beteiligung unterstreicht das wachsende Interesse an den Weichenstellungen für die kommenden Jahre im Landkreis. 

Die Kandidat:innen für das Amt des Landrats sind sich einig, dass eine stabile Wirtschaft die Grundlage für die Zukunft des Landkreises ist. Doch wie dieser Weg aussehen soll, darüber gehen die Meinungen auseinander. Heiko Jahn (SPD) und Martin Heusler (CDU) präsentierten sich als erfahrene Gestalter. Nicht nur im Bildungsbereich sehen sie Handlungsbedarf. Auch die Kreisverwaltung soll durch digitale Prozesse beschleunigt und bürgernaher werden. Die AfD-Kandidatin Beyer setzt auf kostenlose Schulverpflegung. Die Kinder sind unsere Zukunft. 

Einigkeit herrschte darüber, dass die nächste Landrätin/der nächste Landrat viel Arbeit vor sich hat, um nicht nur neue Unternehmen in den Landkreis zu locken, sondern auch die hier tätigen nicht zu verlieren.  

Trotz unterschiedlicher Ansätze war die gemeinsame Überzeugung spürbar: Der Landkreis soll lebenswert und zukunftsfähig bleiben. Die Bürger:innen nutzten die Gelegenheit, um direkt mit den Kandidat:innen ins Gespräch zu kommen und ihre Fragen zu stellen. Am 8. März 2026 entscheiden die Wähler:innen, welcher Weg eingeschlagen wird.

Text und Fotos: VB Südbrandenburg, Marion Hirche

Decarbon Days am 24 . und 25. Juni 2026

Hiermit möchten wir rechtzeitig auf die Fortsetzung des in 2025 neu gestarteten Tech-Convents Decarbon Days hinweisen, das nun als jährliche, europäische Plattform für die Themen Cleantech, Start-up & Politics verstetigt werden soll. 

Veranstaltungsort: BTU-Zentralcampus Cottbus

24. Juni: Conference-Day mit Panel, Start-up, Net Zero Valley-Treffen und Preisvergabe Female Energy Award

25. Juni: Talent-Day mit Formaten für die „next generation“ sowie Akteure aus Wirtschaft und Wissenschaft

Unternehmen und Institutionen, die sich für Partnerschaften (inkl. Kartenkontingent möglich) interessieren, finden hier unser Partnerkonzept.

Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite.

Foto: pixabay
Text: Jens Taschenberger, zwei helden GmbH

Stark für das Handwerk – Der neue Unfallschutz der SIGNAL IDUNA

Im Handwerk schaffen Sie täglich Werte. Doch was passiert, wenn Ihr wichtigstes „Werkzeug“ – Ihr eigener Körper – nach einem Unfall nicht mehr wie gewohnt funktioniert? Weil uns das bewusst ist, haben wir unseren Unfallschutz speziell auf die Bedürfnisse von Menschen im Handwerk zugeschnitten.

Abgesichert, wenn es wirklich zählt
Wenn Hände, Arme oder Beine verletzt sind, ist schnelle und gute Hilfe entscheidend. Wir haben daher unsere finanzielle Unterstützung in genau diesen Fällen verbessert. Das wird an einem Beispiel besonders deutlich:

Angenommen, Sie verlieren durch einen Unfall die Funktion Ihres Daumens. Bei einer Versicherungssumme von 100.000 Euro und einer Progression von 250 %, würde dies nach der Standard-Gliedertaxe 20.000 Euro bedeuten. Dank der erhöhten Gliedertaxe für das Handwerk erhalten Sie im selben Fall eine Leistung in Höhe von 105.000 Euro!

Mehr als nur Geld: Ein starker Rückhalt
Unser Unfallschutz geht weit über die reine Finanzleistung hinaus:

  1. Vorsorge wird belohnt: Wir beteiligen uns mit einem jährlichen Sicherheitsbudget an Kosten für Präventionsmaßnahmen (z. B. Kauf eines Fahrradhelms).
  • Hilfe im Ernstfall: Mit dem immer mitversicherten Reha-Management unterstützen wir Sie bei der bestmöglichen Genesung und den organisatorischen Aufgaben und beteiligen uns an den Kosten.
  • Fokus auf den Nachwuchs: Auszubildende und junge Fachkräfte bis 24 Jahren profitieren von bis zu 50 % günstigeren Beiträgen.
  • Der Unfallschutz der SIGNAL IDUNA ist ein starker Partner für alle im Handwerk. Sichern Sie jetzt das Fundament Ihres Erfolgs ab: Ihre Gesundheit.

Jetzt informieren

SIGNAL IDUNA Gruppe
Gebietsdirektion Berlin
Bismarckstr. 101
10625 Berlin
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Berlin als Zukunftslabor der Welt – und Brandenburg mittendrin

Mit der geplanten EXPO 2035 kann sich die Hauptstadtregion als internationaler Treffpunkt für Innovation, Wirtschaft und gesellschaftlichen Fortschritt positionieren. Über 190 Nationen, Unternehmen, Wissenschaft und Kultur würden in Berlin zusammenkommen und ein lebendiges Zukunftslabor schaffen, das weit über die eigentliche Veranstaltung hinaus wirkt. Für Brandenburg und Berlin ergeben sich daraus neue Möglichkeiten für Kooperationen, Investitionen und globale Vernetzung.

Die Idee: Nicht nur ein Ausstellungsgelände, sondern eine vernetzte Weltausstellung in der ganzen Stadt – mit Satellitenstandorten, Innovationsorten und lokalen Projektlaboren. So entsteht eine Plattform, auf der regionale Unternehmen ihre Stärken sichtbar machen und neue Partnerschaften auf internationaler Ebene aufbauen können.

Wer sich näher über das Konzept, die geplanten Strukturen und die wirtschaftlichen Effekte informieren möchte, findet hier weitere Details.

Foto: pixabay
Text: Adalbert Kurkowski, UVBB

Wahlforum zur Landratswahl des Landkreises Spree-Neiße

Lebendige Diskussionen und klare Positionen

Wahlforum in Drewitz Mit 64 Teilnehmenden, darunter die Kandidat:innen für das Amt der Landrätin bzw. des Landrats, fand am 19. Februar 2026 ein vielbeachtetes Wählerforum statt. Trotz der abgelegenen Location war die Resonanz bemerkenswert – ein Zeichen für das große Interesse an der Zukunft des Landkreises.

Klarer Kurs der etablierten Parteien Heiko Jahn (SPD) und Martin Heusler (CDU) überzeugten mit fundierten Argumenten und wahlkampferprobten Auftritten. Beide verteidigten die jüngsten Investitionen in Wasserstoff-Busse, die in Kürze auf den Straßen des Landkreises unterwegs sein sollen. Heusler betonte dabei die Bedeutung moderner Mobilität und kündigte an, sich mit seinem Engagement an der Wahlurne messen zu lassen. Besonders innovativ: Sein Plan, ein in Polen bereits erfolgreich eingesetztes digitales Portal für Schulen und Lehrer im Landkreis einzuführen. Ziel ist es, Lehrkräfte von administrativem Aufwand zu entlasten und mehr Zeit für die Unterrichtsvorbereitung zu schaffen – ein wichtiger Schritt, um die Schüler:innen als zukünftige Fachkräfte zu stärken.

Die AfD-Kandidatin Beyer fordert in ihrer Argumentation, die Mittel statt für Forschungseinrichtungen lieber für kostenloses Essen in Schulen und Kindergärten sowie für die Unterstützung lokaler Unternehmen einzusetzen. Ihre Position: „Nur ausgeben, was man einnimmt“ – ein klarer Appell an Haushaltsdisziplin und die Stärkung der regionalen Wirtschaft.

Der Kandidat von „Die PARTEI“ sorgte mit humorvollen, aber pointierten Kommentaren für Auflockerung. Doch die anwesenden Bürger:innen waren sich einig: Angesichts der Haushaltslage des Landkreises braucht es vor allem tragfähige Lösungen – und weniger Kabarett.

Fazit: Vielfalt der Meinungen Das Forum zeigte, wie unterschiedlich die Vorstellungen für die Zukunft des Landkreises sind. Doch alle Beteiligten eint das Ziel, die Region lebenswert und zukunftsfähig zu gestalten. Die Entscheidung liegt nun bei den Wähler:innen – am 08.03.2026 ist es so weit.

Foto und Text: UVBB – VB Südbrandenburg

Industriemuseum: Wärmeplanung für die Kommunen Teltow, Kleinmachnow und Stahnsdorf

Das war das Thema für einen Vortrag am 17. Februar 2026 im Industriemuseum Teltow.
Die Kommunen Teltow, Kleinmachnow und Stahnsdorf erarbeiten einen gemeinsamen Wärmeplan.
Koordiniert wird diese Aufgabe durch Herrn Matthias Putzke, Klimaschutzmanager in der Stadtverwaltung Teltow. Er informierte über den Stand der Organisation für diese Aufgabe.
Der Auftrag zur Erarbeitung des Wärmeplans wurde an die Firma Elbing & Volgmann GmbH in Berlin erteilt.
Der Vortrag wurde durch den Geschäftsführer der Firma Elbing & Volgmann, Herrn Dr. Clemens Elbing gehalten.

Der Vortrag erfolgte im Rahmen der gemeinsamen Veranstaltungen des Vereins Industriemuseum Region Teltow e.V. und des Unternehmerverbandes Brandenburg – Berlin e.V.

Leistungen der Firma Elbing & Volgmann
Die Firma ist ein Ingenieurbüro mit folgenden Leistungen für Quartiere, Gebäude und Kommunen:
* Machbarkeitsstudien
* Energetische Gebäudeanalysen und energetische Sanierungsfahrpläne
* Energiekonzepte für regenerative Quartierversorgung
* Transformationspläne für Fernwärmenetze
* Kommunale Wärmeplanung
* Instandhaltungsfahrpläne
* Fördermittelberatung und
* ESG-Beratung
Das Unternehmen ist für mehrere Städte und Gemeinden tätig, darunter u.a. Rostock, Schwedt und Schwerin.

Grundlagen und Ziele für die Wärmeplanung
Der Rechtsrahmen umfasst:
* EU green deal
Erster klimaneutraler Kontinent bis 2050, 50 % weniger Treibhausgase bis 2030 gegenüber 1990
* Bundesregierung
Klimaneutralität bis 2045, 65 % weniger THG-Emissionen bis 2030,
50 % regenerative Energien im Wärmesektor bis 2030
* Wärmeplanungsgesetz (2023)
Verpflichtung für alle Kommunen, bis 2028 Wärmeplanung aufzustellen (Städte bis 100.000 EW bereits bis Mitte 2026)
Umfangreiche Anforderungen und Vorgaben
* Brandenburgische Wärmeplanungsverordnung (2024)
Umsetzung des WPG auf Landesebene, Ziel Klimaneutralität bis 2045
* Gebäudeenergiegesetz
Energetische Anforderungen an Gebäude, Nutzung Erneuerbarer Energien für die
Wärmeversorgung
Erstellung und Verwendung von Energieausweisen

Es gelten folgende Fristen:
* 01.01.2024
65 % Erneuerbare Energien oder unvermeidbare Abwärme für alle Neubauten
Technologiewahl Wärmenetz, Wärmepumpen, Stromdirektheizung, Solarthermie
Verpflichtende Beratung bei Eigentümerwechsel, Sanierungsmaßnahmen und
Heizungstausch

* 30.06.2028
Wärmeplan muss vorliegen
65 %- Regel gilt auch bei Bestandsgebäuden beim Heizungstausch
Bis dahin ist der Einbau von Öl- und Gasheizungen noch möglich, aber Pflicht
zur Energieberatung
Nur bei gesondert beschlossener Gebietsausweisung als Neu- oder Ausbaugebiet
eines Wärmenetzes ist Heizungstausch verpflichtend

* 01.01.2045
Klimaneutrale Heizung verpflichtend
Spätestens hier müssen Bestandsheizungen gewechselt, oder auf biogene oder
Synthetische Energieträger umgestellt worden sein

Vorgehensweise bei der Kommunalen Wärmeplanung
 Die Arbeitsschritte sind:

* Bestandsanalyse der Ist-Situation
   Für Teltow beträgt der Wärmebedarf 268,5 GWh/a
                                                    pro Einwohner       9,0 GWh/ EWa
                                           pro Gebäudenutzfläche  134 kWh/ m2a    

* Potentialanalyse
   Handlungsoptionen

* Szenarien
   Mögliche Wege

* Wärmewendestrategie
   Umsetzungsfahrplan mit Maßnahmen, Zeitplan, Beschlussfassung der Kommunen und
   Transformationsplan für die Fernwärme                      

Im Ablauf der Arbeiten werden die Bürger durch Informationsveranstaltungen über den Stand
der Wärmeplanung informiert.

Mögliche Lösungen für Heizungsanlagen
Im Vortrag wurden mögliche Lösungen für eine CO2– freie Individualversorgung genannt, es sind:
* Luft-Wasser oder Luft-Luft-Wärmepumpen
* Sole-Wasser- Wärmepumpen
* Sonstige Solarthermie und
* Biomasse ( Holzpellets, Biogas, Biomethan)

Für Fernwärmenetze sind weitere Möglichkeiten Großwärmepumpen, Geothermie oder Wasserstoff

Themen und Hinweise aus der Diskussion
Die Besucher haben in der Diskussion drei Komplexe herausgestellt.

1. Die Finanzierung
Bei objektgebundenen Heizungsanlagen ist der Eigentümer für die Finanzierung der Investition verantwortlich. Dazu sind die Information über die Kosten, die Fördermöglichkeiten und die
Bedingungen für Kredite erforderlich.

Bei Fernwärmeanlagen sind umfangreiche Investitionen für die Wärmeerzeugung und die Wärmenetze erforderlich. Die Kommunen können diese Investitionen nicht aufbringen.
Die Bundesregierung orientiert mit dem Deutschlandfonds auf private Investoren und den
Zusammenschluss von Stadtwerken zu Kreditnehmern.
Die Tilgung der Kredite und die von den Investoren erwartete Rendite führen bei den
Kunden der Fernwärme zu höheren Preisen.
Derzeit betragen die Kosten nach Beispielen der Märkischen Allgemeinen in Brandenburg zwischen 35 Cent/KWh und 8,45 Cent/KWh. Die Verbraucher erwarten exakte Informationen über die zukünftigen Preise der Fernwärme

2. Die Stromversorgung
Der Übergang zum Strom als Energie für die Wärmeerzeugung  und die Kraftfahrzeuge ist mit den derzeitigen Verteilernetzen nicht möglich. Es ist ein grundsätzlicher Ausbau der Verteilernetze bis zum Hausanschluss erforderlich.
Deshalb ist eine Voraussetzung für die Wärmeplanung ein Generalplan von e.dis für den Ausbau des Verteilernetzes.
Auch hierfür entstehende enorme Kosten für die Investition, und  auch diese sind durch die Verbraucher zu tragen. Das erfordert den Nachweis der Entwicklung der Preise für Strom / KWh.

3. CO2-freie Wärmeerzeugung
Bei den möglichen Energien zur Wärmeerzeugung ist  auch Biomasse ( Holzpellets, Biogas, Biomethan) genannt.
Die CO2– Emission gegenüber Erdgas ist wie folgt:
* Erdgas   201 g CO2 / KWh
* Biogas   230 g CO2 / KWh
* Holz      395 g CO2 / KWh

Quelle: Wissenschaftlicher Dienst Bundestag

Kontakt: ce@elbing-volgmann.de

Lothar Starke
Leiter des Arbeitskreises Innovative Technologien im
Unternehmerverband Brandenburg – Berlin e.V.

Industriemuseum: Siemens mit neuem strategischen Kurs

Unser Kooperationspartner Siemens hat mit einem Gewinn von 10,4 Mrd € und Rekordwerten im industriellen Geschäft das Geschäftsjahr 2025 abgeschlossen.
Im Rahmen der „One Tech Company“-Strategie investiert der Konzern eine Milliarde Euro in Künstliche Intelligenz und will sein Digitalgeschäft bis 2030 verdoppeln.

Strategie „One Tech Company“
Mit dem Programm „One Tech Company“ stellt Siemens die Weichen für die nächste strategische Entwicklungsphase.
Das Unternehmen will seine technologische Stärke in Software, Hardware und Services noch stärker bündeln und ein durchgängig vernetztes Portfolio schaffen. Ziel ist, die reale und digitale Welt weiter zu verschmelzen und so profitables Wachstum zu sichern.
Bis 2030 soll das Digitalgeschäft verdoppelt werden. Dafür plant Siemens Investitionen von einer Milliarde Euro in KI in den kommenden drei Jahren. Das Portfolio soll gezielt auf Felder mit langfristigen Wachstumstreibern ausgerichtet werden, darunter Automatisierung, Digitalisierung, Elektrifizierung, Nachhaltigkeit und KI.

Das beschleunigte Wachstum stützt sich auf vier strategische Hebel:

  • Grow Digital: Mit dem Ausbau des digitalen Geschäfts erwartet Siemens künftig jährlich 15 % Wachstum.
  • Grow Regional: Geplant sind eine stärkere Präsenz und Investitionen in den Schlüsselmärkten USA, China und Indien.
  • Grow Verticals: Die Aktivitäten in dynamischen Branchen soll weiter ausgebaut werden.
    Als hochattraktive vertikale Wachstumsmärkte identifizierte der Konzern Schienenverkehr, Luft- und Raumfahrt& Verteidigung, Life Sciences, Halbleiter sowie Rechenzentren und KI-Fabriken.
  • Grow AI: Die Weiterentwicklung industrieller KI-Anwendungen soll durch gezielte Investitionen und rund 1500 Spezialisten weltweit vorangetrieben werden.

Quelle: Computer & Automation ( Gekürzt)

Lothar Starke
Vorsitzender

https://www.facebook.com/Industriemuseum
www.imt-museum.de
e-mail: imt-museum@t-online.de
Industriemuseum aktuell online:
http://imt-museum.de/de/home/imt-aktuel

Foto: Industriemuseum Region Teltow e.V.