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Industriemuseum: Die Elektro-Mechanische Bremse bei Schienenfahrzeugen

Neues vom Industriemuseum

Die Elektro-Mechanische Bremse bei Schienenfahrzeugen
In konventionellen pneumatischen oder hydraulischen Bremssystemen wird das Medium Luft
oder Hydrauliköl zur Erzeugung und Übertragung von Bremssignal und Bremskraft genutzt.
Ein komplexes System aus Kompressoren, Druckluftbehältern und -leitungen oder Hydraulik ist zu diesem Zweck im Fahrzeug installiert.
Als bewährtes, zuverlässiges und stabiles System wird die pneumatische Bremse dem Schienenverkehr auf absehbare Zeit erhalten bleiben.
Technologisch sind neue Entwicklungen mit großen Herausforderungen verbunden. Die
Fahrzeughersteller und Betreiber fordern größere und schnellere Technologieschritte hinsichtlich leichterer und energiesparender Fahrzeuge mit höheren Wirkungsgraden, Verfügbarkeit sowie verbesserter Bremsperformance.
Weitere Anforderungen stellen gesenkte Lebenszykluskosten durch wartungsarme Systeme mit erhöhter Diagnosefähigkeit inklusive Einbettung in eine moderne Cyber-Security-Architektur dar.
Der „Airless Train“ gilt perspektivisch als potenzielle Lösung für diese Vielzahl von Anforderungen.
Mit der Verwendung von elektrischem Strom als Energieträger und Signalgeber stellt die EM-Bremse hierbei einen Schlüsselfaktor dar. Aber bereits auch vor der Technologiereife eines vollständig „luftlosen“ Zuges entfalten die Brake-by-wire-Technologiie signifikante Vorteile.
Fahrzeugbauer profitieren von Gewichts- und Raumersparnis, Betreiber von der gesteigerten
Bremsperformance. Diese eröffnet nicht nur das Potential Taktungen von Zügen zu verkürzen und bestehende Schieneninfrastruktur besser auszunutzen, sondern ermöglicht auch die schnellere Betriebsbereitschaft von Zügen.

Architektur der Elektro-Mechanischen (EM)-Bremse und Funktionalität im Betrieb
Eine solche elektrische Brake-by-wire-Technologie setzt Knorr-Bremse mit einer Grundarchitektur aus elektronischer Bremssteuerung (BCU), elektro-mechanischen Bremszangen mit jeweils eigener Elektronik und eigenem Elektromotor sowie systeminternen elektrischem Energiemanagementsystem um.
Ansteuerung und Rückmeldung erfolgen in dem vollaktiven System über den Fahrzeugbus und fest verdrahtete Verkabelung.
Die Steuerbarkeit liegt dabei auf Aktuatorenlevel, die unmittelbare Verfügbarkeit auf Ebene der Achsen. In der Servicebremse wird der vom Fahrzeug angeforderte Bremssollwert an der elektronischen Bremssteuerung eingelesen. Unter Einbeziehung der Bremskraft der elektro-dynamischen Bremse, Lastkorrektur und Gleitschutz übermittelt die Bremssteuerung den Bremskraft-Sollwert via Bus an die jeweiligen elektrophil-mechanischen Bremszangen. Diese setzen den Bremssollwert um und melden die entsprechenden Diagnosedaten über die Bremssteuerung an das Fahrzeug zurück.
Eine Schnellbremsanforderung gelangt dagegen hartverdrahtet über die Schnellbremsschleife direkt an sämtliche Bremsaktuatoren im Zug. Bei angeforderter Schnellbremse wird der Sollwert entsprechend der projektspezifischen Konfiguration unabhängig an jeder Bremszange last-und gleitschutzkorrigiert über die aktuator -interne Elektronik und den Elektromotor eingeregelt.
Die entsprechenden Diagnosedaten gelangen sowohl via Bus als auch hartverdrahtet zurück an das Fahrzeug.
Das EM-Bremssystem ist so gestaltet, dass sowohl im Normalbetrieb als auch im Fehlerfall eine vollwertige Regelung der Bremse sichergestellt ist.
Eine ähnliche Architektur liegt auch bei der Feststellbremse vor. Die Anforderung zum Anlegen bzw. lösen liest das EM-Bremssystem an jeder Bremszange des Zuges ein. Nach erreichtem Sollwert wird die Feststellbremse auf unbestimmte Zeit mechanisch verriegelt. Somit ist auch bei energielosem Zustand ein Wegrollen des Fahrzeugs unter allen Umständen sicher verhindert. Gelöst wird die Feststellbremse per Signal über die entsprechende „Trainlinie“.

Vorteile des EM-Systems
Die verbesserte Performance eines EM- Bremssystems endet nicht bei der unmittelbaren Bremsdynamik, sondern bietet auch Möglichkeiten zur Optimierung heutiger Funktionalitäten.
Ihre deutlich reduzierte Ansprechzeit schafft Optimierungspotential bei einem für niedrige Kraftschlussbedingungen ausgelegten Gleitschutz. Zu Betriebsbeginn verkürzt es Aufrüstzeiten, da die Kompressoren das Luftsystem erst auf Betriebsdruck bringen müssen. Stattdessen ist die EM-Bremskraft mit dem Anschalten der Fahrzeugelektronik verfügbar. Auch die obligatorische Bremsprobe lässt sich entsprechend automatisiert mit der EM-Bremse neu denken. Der heute zeitaufwendige Überprüfungsprozess könnte optimiert werden und der Zug ist schneller fahrbereit.

Entwicklungsstand
Die Betriebserprobung der EM-Bremse hat Knorr-Bremse in das europäische Innovationsprogramm Europes Rail Joint Undertaking (ERJU) eingebettet Im Rahmen ausführlicher Feldversuche wurden wertvolle Betriebsdaten gewonnen, unter anderem hinsichtlich Service- und Schnellbremsungen mit Gleitschutz, Bremsungen mit Weichenüberfahrung sowie bei der Parkbremsung.
Im nächsten Schritt soll ein kompletter Zugverband mit einem EM-Bremssystem getestet werden. Ab dem Jahr 2026 könnte die Technologie den gesamten Vollbahnbereich abdecken.

Quelle. Knorr-Bremse (Gekürzt)

Lothar Starke
Vorsitzender

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Foto: Industriemuseum Region Teltow

Potsdamer Ausbildungs- und Praktikumsführer 2027

Unternehmen aufgepasst:
Jetzt für den Potsdamer Ausbildungs- und Praktikumsführers 2027 anmelden!

Die neue Ausgabe des Potsdamer Ausbildungs- und Praktikumsführers steht in den Startlöchern – und Unternehmen können sich ab sofort wieder beteiligen. Bis zum 30. Mai 2026 haben Betriebe und Institutionen die Möglichkeit, sich mit einem Kurzprofil sowie ihren Angeboten für Ausbildung, duales Studium, Praktika oder Ferienjobs einzutragen.

Der Ausbildungs- und Praktikumsführer wird einmal jährlich von der Landeshauptstadt Potsdam gemeinsam mit den Partnern im Fachkräfteforum Potsdam veröffentlicht. Ziel ist es, die vielfältige Potsdamer Unternehmenslandschaft sichtbar zu machen und Jugendlichen Orientierung auf ihrem Weg in die Arbeitswelt zu geben. Neben Unternehmensprofilen bietet die Broschüre kompakte Informationen rund um Berufs- und Studienorientierung – etwa zu Praktika, Ferienjobs, Freiwilligendiensten oder Auslandsaufenthalten.

Der Ausbildungs- und Praktikumsführer wird an alle weiterführenden Schulen in Potsdam verteilt und auf Berufsorientierungsmessen ausgelegt. Schülerinnen und Schüler erhalten so einen einfachen Überblick über Unternehmen in Potsdam und mögliche berufliche Perspektiven vor Ort. Gleichzeitig dient die Broschüre Schulen als Arbeitsmaterial für die Berufsorientierung und Eltern als hilfreiche Orientierung bei der Suche nach regionalen Angeboten.

Jetzt mitmachen:
Füllen Sie einfach bis zum 30. Mai 2026 das Anmeldeformular aus unter
www.potsdam.de/ausbildungsfuehrer

Weitere Informationen erhalten Sie bei der Wirtschaftsförderung Potsdam unter 0331-289 2821 oder senden Sie uns einfach eine E-Mail.

Foto und Text: Landeshauptstadt Potsdam, Wirtschftsförderung

Firmenkontaktmesse der TH Brandenburg am 10.06.26

Die Firmenkontaktmesse 2026 der Technischen Hochschule Brandenburg bietet Ihnen am 10. Juni 2026 die Möglichkeit, Ihre offenen Positionen, Praxisangebote und Karrieremöglichkeiten direkt vor Ort zu präsentieren – persönlich, zielgerichtet und im direkten Austausch.

Warum sich Ihre Teilnahme lohnt:

✔ Sichtbarkeit Ihrer Arbeitgebermarke auf dem Campus
✔ Direkte Gespräche mit qualifizierten Studierenden und Absolvent:innen
✔ Konkrete Recruiting-Möglichkeiten über Jobwall & Stellenportal
✔ Zusätzliche Ansprache regionaler Schülerinnen und Schüler
✔ Kompakter Messezeitraum (10–15 Uhr)

Ob Praktikum, Werkstudierendenstelle, Direkteinstieg oder duale Perspektiven – die FKM bringt Sie mit motivierten Nachwuchskräften zusammen.

Alle Informationen zu Leistungspaketen und Buchung finden Sie hier:
https://www.th-brandenburg.de/karriere/firmenkontaktmessen/fkm-2026/

Wir freuen uns, wenn Sie Teil der FKM 2026 werden und stehen für Fragen oder eine individuelle Beratung gern zur Verfügung.

Herzliche Grüße
Marie Darmer & Franciska Lück
Organisationsteam der THB-Firmenkontaktmessen

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Franciska Lück – Dipl.-Betriebswirtin (FH)
Marie Darmer – B.A.
Technische Hochschule Brandenburg/University of Applied Sciences
Hochschulzentrum Studierendenservice / Career Service
Magdeburger Straße 50, 14770 Brandenburg an der Havel

T (+49) 3381 355 251 (Franciska Lück)
T (+49) 3381 355 781 (Marie Darmer)
E fkm@th-brandenburg.de
https://www.th-brandenburg.de/karriere/firmenkontaktmesse/

Foto und Text: Technische Hochschule Brandenburg


Industriemuseum: Große Zukunft für kleine Satelliten

Neues vom Industriemuseum

Große Zukunft für kleine Satelliten
Kleinsatelliten sind vielfältig in Form und Größe. Manche von ihnen sind nur so groß wie eine Streichholzschachtel, aber ihnen gehört die Zukunft der Raumfahrt, Der kleinste von ihnen, der würfelförmige Pocket Cube, besitzt lediglich eine Kantenlänge von fünf Zentimetern.
Die Stars der Familie sind aber die CubeSats. Mit einer Kantenlänge von zehn mal zehn Zentimetern sind sie für viele unterschiedliche Aufgaben im Raumfahrtbereich einsetzbar, können preisgünstig in industriellen Maßstab produziert, und zu modularen Systemen von nahezu beliebiger Größe kombiniert werden.
Über ihre Gestalt hinaus werden Kleinsatelliten nach Gewicht in verschiedene Klassen wie etwa Piko-, Nano-, Mikro- oder Mini-Satelliten eingeteilt. Doch so unterschiedlich die Mitglieder dieser Familie in Größe, Gewicht und Funktion auch sind, ihre Masse ist nicht größer als 500 Kilogramm.

Mehr als 9.000 Kleinsatelliten ins All gestartet
Kleinsatelliten werden bereits heute in fast allen klassischen Bereichen der Raumfahrt verwendet: Sie beobachten die Erde, erforschen den Weltraum oder ermöglichen Anwendungen in der Kommunikation und Internetzugriff auch in abgelegenen Regionen der Welt.
Wie hoch der Bedarf an den Kleinen ist, zeigen die aktuellen Zahlen: in den Jahren 2015 bis 2024 wurden mehr als 9.000 Kleinsatelliten in den Orbit gestartet, Darunter befinden sich einzelne Forschungssatelliten ebenso wie kleine Formationen oder Kommerzielle Satellitenschwärme.

Geplante Einsätze von Kleinsatelliten
Viele weitere Kleinsatellitensysteme sind derzeit in Planung oder bereits im Aufbau. Sie sollen z.B. für die Waldbranddetektion eingesetzt werden. Dabei zeigt sich ein Vorteil der Kleinen gegenüber ihren großen Geschwistern, wie etwa den Sentinel-Satelliten aus dem europäischen Copernicus-Erdbeobachtungsprogramm: Während die Sentinels höchstens einmal am Tag eine bestimmte Region überfliegen, wird das OroraTech-System mit seiner Flotte an Kleinsatelliten täglich fünf Überflüge leisten können.

Ein weiteres Anwendungsbeispiel ist die Beobachtung der Ozeane. Hier können Formationen von kleinen Radarsatelliten eingesetzt werden, um Wellen zu detektieren und in 3D zu erfassen, durch die die internationale Schifffahrt sicherer wird.

In Zukunft sollen Kleinsatelliten zunehmend auch sicherheitsrelevante Aufgaben im zivilen und militärischen Bereich übernehmen und dabei helfen, die Umsetzung politischer Maßgaben wie etwa das Pariser Klimaabkommen, nachzuweisen.
Das wohl bekannteste Netzwerk aus Kleinsatelliten, das die Erde umkreist, ist die Starlink-Flotte der US-amerikanischen Firma SpaceX. Neben der zivilen Nutzung wird sie auch zur Aufklärung in Kriegs- und Krisengebieten eingesetzt.
Die Erkenntnis, wie riskant die Abhängigkeit von Partnern, mehr noch von einzelnen kommerziellen Raumfahrtakteuren sein kann, hat sich in einer Zeit weltweit zunehmender politischer Instabilität auch in Europa durchgesetzt.
Inzwischen gibt es Pläne, das Satellitensystem des französischen Satellitenbetreibers Eutelsat massiv auszubauen, um technologisch unabhängiger zu sein.
Doch der Weg ist noch weit: So verfügt die Eutelsat-Flotte mit rund 650 Satelliten in der niedrigen Erdumlaufbahn über ein sehr viel kleineres Kontingent als das Starlink-System mit mehr als 7.000 Orbitern. Auch technologisch ist das US- System weiter fortgeschritten.

Neue Weltraum-Technologien testen
Unter dem Namen CAPTn (Cubesat to Accomodate ayloads and Technology Experiments) hat das DLR ein Programm gestartet, bei dem neue Weltraumtechnologien auf CubeSats direkt vor Ort im All getestet werden. Dabei müssen sie sowohl der Belastungen durch Vibration beim Start als auch die Umweltbedingungen im Weltraum überstehen. Der erste Satellit der geplanten Serie, CAPTn-1wird voraussichtlich 2026 mit einer Falcon-9-Rakete von der Vandenberg Space Force Base in Kalifornien ins All starten und dann zwei Jahre lang die Erde umkreisen.

Quelle: DLR (Gekürzt)

Lothar Starke
Vorsitzender

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Foto: Industriemuseum

Meisterleistung braucht Meisterschutz

Ihre Arbeit ist unverzichtbar: Sie planen, installieren und modernisieren – und stehen dabei täglich unter Strom. Mit dieser großen Verantwortung gehen jedoch auch erhebliche Risiken einher. Ein kleiner Fehler kann schnell gravierende und teure Folgen haben, die ohne den richtigen Schutz existenzbedrohend sein können.

Der fatale Kurzschluss
Stellen Sie sich vor, einer Ihrer Gesellen ist bei der Installation einer neuen Photovoltaikanlage auf dem Dach eines Kunden. Durch eine winzige Unachtsamkeit beim Verpressen einer Verbindung kommt es zu einem unbemerkten Fehler. Wochen später führt dieser zu einem Kurzschluss und einem Schwelbrand im Dachstuhl. Das Feuer wird zwar schnell gelöscht, aber der Schaden ist immens: Teile des Dachs müssen erneuert werden und die empfindliche Elektronik des angeschlossenen Smart-Home-Systems ist durch die Überspannung zerstört. Der Kunde fordert umgehend Ersatz und macht Sie für den gesamten Schaden haftbar.

Sicherheit, die Vertrauen schafft – für Sie und Ihre Kunden
Genau für solche Fälle ist eine leistungsstarke Betriebshaftpflichtversicherung das Fundament eines jeden gesunden Handwerksbetriebs. Sie ist Ihr finanzielles Sicherheitsnetz und schützt Sie vor den oft ruinösen Folgen von Personen-, Sach- und Vermögensschäden. Die SIGNAL IDUNA bietet hierfür passgenaue Deckungskonzepte, die speziell auf die typischen Haftungsquellen im Elektrohandwerk zugeschnitten sind.

Ihre Vorteile auf einen Blick:

  • Existenzsicherung: Schutz Ihres betrieblichen und privaten Vermögens vor hohen Schadenersatzforderungen.
  • Rechtssicherheit: Die Versicherung prüft alle gegen Sie gerichteten Ansprüche. Unberechtigte Forderungen werden konsequent abgewehrt – notfalls auch vor Gericht. Das spart Ihnen Zeit, Nerven und teure Anwaltskosten.
  • Vertrauensgewinn: Eine solide Absicherung signalisiert Ihren Kunden und Geschäftspartnern ein Höchstmaß an Professionalität und Seriosität.
  • Starker Arbeitgeber: In Zeiten des Fachkräftemangels positionieren Sie sich als verantwortungsbewusster und sicherer Arbeitgeber, der für sein Team sorgt. Das schafft Vertrauen und macht Sie attraktiv für die besten Köpfe der Branche.

Lassen Sie nicht zu, dass ein unvorhergesehenes Ereignis die Zukunft Ihres Betriebs gefährdet. Sorgen Sie vor, damit Sie sich voll und ganz auf das konzentrieren können, was Sie am besten können: erstklassige Arbeit leisten.

Möchten Sie mehr über unsere Betriebshaftpflichtversicherung erfahren? Dann besuchen Sie uns auf www.signal-iduna.de/bhv

Weitere Infos:

SIGNAL IDUNA Gruppe
Gebietsdirektion Berlin
Bismarckstr. 101
10625 Berlin

Mail: gd.berlin@signal-iduna.de

Foto und Text: SIGNAL IDUNA

Industriemuseum: Neuartiges Folienmaterial aus dem Biokunststoff PLA

Neuartiges Folienmaterial aus dem Biokunststoff PLA
Flexible Einwegfolien wie Tragetaschen oder Müllsäcke werden hauptsächlich aus erdölbasiertem Polyethylen niedriger Dichte (LDPE) hergestellt. Sie besitzen jedoch einen großen CO2-Fußabdruck und tragen zur Umweltverschmutzung durch Kunststoffabfälle bei. Einem Team des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Polymerforschung IAP ist es gelungen, ein flexibles und recycelbares Folienmaterial auf Basis des Biokunststoffs Polyactid (PLA) zu entwickeln und dessen Kommerzialisierung zu ermöglichen. Dafür wurden die Forschenden mit dem Joseph-von-Fraunhofer-Preis ausgezeichnet.

Nachhaltigkeit von Kunststoffmaterialien
Im Kontext der Nachhaltigkeit von Kunststoffmaterialien spielen Recycling und Defossilierung eine entscheidende Rolle. Idealerweise können Kunststoffe nach ihrer Nutzung in ihre Grundbausteine zerlegt und daraus neue Kunststoffe mit gleichen Eigenschaften hergestellt werden. Doch im Kreislauf von Herstellung, Nutzung und Wiederverwendung entstehen Materialverluste. Für eine zunehmend zirkuläre Ökonomie müssen diese durch nicht-fossile Rohstoffe ausgeglichen werden. Dies ist jedoch nicht ganz einfach, denn meist gibt es für fossile Kunststoffe keine biobasierten Analoga mit gleichen Materialeigenschaften. Durch Zusatz von verschiedenen Additiven können diese Eigenschaften zwar verbessert werden, die Zuschlagstoffe stören allerdings im weiteren Lebenszyklus das Recycling. Außerdem sind sie nicht immer günstig, zum Teil umweltschädlich und vor allen nicht biobasiert.

Material- und Prozessentwicklung auf der Basis von PL
Der Biopolyester PIA liefert vielversprechende Ansätze zur Lösung dieser Problematik.
Er ist biobasiert, bioabbaubar, gut recycelbar und hat im Bereich der Biokunststoffe eines der stärksten Marktpotentiale. Aufgrund seiner hohen Steifigkeit ist er prädestiniert für Hartverpackungen wie Einwegbecher, eignet sich aber nicht für die Herstellung flexibler Einwegverpackungen wie Tragetüten, die zu den Hauptverursachern von Einweg-Kunststoffabfällen gehören. Im IAP wurden Weichmacher, sogenannte Polyether, direkt in die Polymerkette eingefügt, um das Material dauerhaft flexibler zu machen. Polyether sind nicht toxisch, kommerziell verfügbar und können auch biobasiert hergestellt werden.

Nachhaltiger, flexibler Kunststoff mit großem Potential
Das Ergebnis ist ein neuartiges, flexibles PLA-Material, das ohne den Einsatz von migrierenden Weichmachern auskommt und im Gegensatz zu LDPE zu mindestens 90 Prozent biobasiert ist, wobei perspektivisch 100 Prozent möglich sind. Außerdem lässt sich das Material kostengünstig aus kommerziellen Rohstoffen in reinem einfachen Syntheseprozess herstellen, Dieser verlangt keine großvolumigen Syntheseanlagen, sondern kann lokal auch durch mittelständische Unternehmen als kontinuierlich betriebener Prozess betrieben werden. Das neuartige PLA-Material ist auch auf gängigen Verarbeitungsanlagen ähnlich wie LDPE zu Folien verarbeitbar und kann chemisch mit erheblich geringerem Energieaufwand als LDPE recycelt werden.

Durch die Firma Polymer-Gruppe wurde eine Anlage in Betrieb genommen, in der langfristig 10.000 Tonnen/Jahr des neuartigen flexiblen PLA-Materials hergestellt werden sollen.

Lothar Starke
Vorsitzender

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Unternehmerfrühstück des VB Südbrandenburg am 17.03.26

Am 17. März 2026 fand das Unternehmerfrühstück am Flugplatz Welzow statt. Über 30 Unternehmer und Interessierte folgten der Einladung.

Nach der Eröffnung durch Herr Peine, Vizepräsident des UVBB, übernahm Frank Steckling von der Flugplatzbetriebsgesellschaft Welzow mbH. Er stellte den Verkehrslandeplatz vor, der mit 54 % gewerblich (u. a. für Notfall, Rettung und Ausbildung) und 46 % privat genutzt wird. Dank der 24/7-Nutzbarkeit an 365 Tagen im Jahr ist der Platz ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Region. Der Bürgermeister von Welzow, Herr Mißbach, ergänzte mit einem Ausblick auf die Entwicklungsflächen und Herausforderungen bei der Erschließung eines neuen Gewerbeparks.

Volker Sagitz und Carsten Pötsch von der Signal Iduna informierten über die Leistungen des Versorgungswerks, zu dem die Signal Iduna als Partner gehört. Im Fokus:
Cybersicherheit: Aktuelle IT-Bedrohungen und wie Unternehmen sich vor den finanziellen Folgen von Cyberattacken schützen können.
Betriebliche Krankenversicherung (bKV): Eine Investition in die Gesundheit der Belegschaft – und damit in die Zukunft des eigenen Unternehmens.

Nach den Vorträgen blieb Zeit für Gespräche und das Knüpfen neuer Kontakte. Die Teilnehmer nutzten die Gelegenheit, sich auszutauschen und gemeinsam Ideen für die Zukunft zu entwickeln.

Ein Dank geht an die Sparkasse Spree-Neiße, Direktion Spremberg, für das Catering.

Es war ein gelungener Vormittag und wir freuen uns auf das nächste Unternehmerfrühstück!

Text und Foto: VB Südbrandenburg

Forderungspapier der Lausitzer Wirtschaft an die neue Landesregierung des Landes Brandenburg

Die Wirtschaft der Lausitz begrüßt die Bildung der neuen Landesregierung in Brandenburg ausdrücklich. Mit der Ernennung von Frau Martina Klement als Wirtschaftsministerin sowie ihres Staatssekretärs, Herrn Dr. Markus Niggemann verbindet die regionale Wirtschaft große Erwartungen und zugleich große Zuversicht. Die fachlichen Profile und bisherigen Arbeitsschwerpunkte der neuen Hausspitze im Wirtschaftsministerium werden in den Unternehmen der Region als klares Signal für wirtschaftspolitische Kompetenz, Innovationsorientierung und eine starke Ausrichtung auf industrielle Investitionen im Rahmen des Net Zero Valley Lausitz verstanden.

Gerade für eine Transformationsregion wie die Lausitz ist eine wirtschaftspolitisch starke und entscheidungsfähige Landesregierung von zentraler Bedeutung. Die nun bestehenden politischen Mehrheitsverhältnisse eröffnen die Möglichkeit, schnelle und klare wirtschaftspolitische Entscheidungen zu treffen. Die neue Landesregierung muss die vorhandenen Handlungsspielräume allerdings auch konsequent nutzen, um die Rahmenbedingungen für Investitionen, Innovation und Wachstum spürbar zu verbessern.

Vor diesem Hintergrund richtet die organisierte Wirtschaft der Lausitz folgende zentrale Erwartungen an die neue Landesregierung.

Konsequenter Bürokratieabbau
Unternehmen sehen sich seit Jahren mit einer stetig zunehmenden Regulierung konfrontiert. Dokumentationspflichten, komplexe Genehmigungsverfahren und immer neue gesetzliche Anforderungen binden erhebliche personelle und finanzielle Ressourcen in den Unternehmen. Besonders kleine und mittelständische Betriebe leiden unter dieser Entwicklung.

Für die Wirtschaft der Lausitz ist deshalb klar: Ohne einen raschen und spürbaren Abbau bürokratischer Belastungen wird es nicht gelingen, die wirtschaftliche Transformation der Region erfolgreich zu gestalten.

Die Landesregierung ist aufgefordert, den Bürokratieabbau zu einer zentralen wirtschaftspolitischen Aufgabe zu machen. Neue Vorschriften müssen systematisch darauf überprüft werden, ob sie zusätzliche Belastungen für Unternehmen verursachen. Wo neue Regelungen unvermeidbar sind, müssen bestehende Vorschriften gleichzeitig reduziert oder abgeschafft werden. Genehmigungs- und Planungsverfahren müssen deutlich vereinfacht und beschleunigt werden, insbesondere bei industriellen Investitionen und Infrastrukturprojekten.

Hierzu kann und sollte die  Arbeit des Sonderausschusses Bürokratieabbau des Landtages einen wichtigen Beitrag leisten.

Das Net Zero Valley Lausitz bietet sich dabei an, als Modellregion für eine moderne, wirtschaftsfreundliche Verwaltung zu dienen. Dabeikann die Einführung weitreichender Experimentierklauseln von größter Bedeutung sein, um bereits identifizierte hinderliche Strukturen zu ersetzen.

Ein konsequenter Bürokratieabbau stärkt die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen, schafft Freiräume für Innovation und verbessert die Attraktivität des Standortes für neue Investitionen.

Politische Unterstützung für das Net Zero Valley Lausitz
Die Lausitz hat das Potenzial, sich zu einem der wichtigsten Standorte für klimaneutrale Industrie in Europa zu entwickeln. Mit dem Net Zero Valley Lausitz entstehen neue industrielle Perspektiven in den Clustern Batterien und Speicher, Wasserstofftechnologien, Stromnetztechnologien und Sektorenkopplung.

Damit diese Entwicklung erfolgreich sein kann, braucht es eine klare und sichtbare politische Unterstützung auf Landesebene. Die Landesregierung sollte die Entwicklung des Net Zero Valley Lausitz zu einem zentralen industriepolitischen Projekt erklären und entsprechende Ansiedlungen aktiv unterstützen. Dazu gehören priorisierte Genehmigungsverfahren, gezielte Förderprogramme und eine beschleunigte Entwicklung von Industrieflächen und Infrastruktur.

Ein erfolgreiches Net Zero Valley Lausitz würde nicht nur neue industrielle Arbeitsplätze schaffen, sondern auch internationale Investitionen anziehen und langfristige Wertschöpfung in der Region sichern. Gerade im Zusammenhang mit dem Kohleausstieg bietet sich hier die Chance, der Lausitz eine neue industrielle Zukunft zu eröffnen und sie zu einem führenden Standort der europäischen Energiewendeindustrie zu entwickeln.

Digitalisierung der Verwaltung und der Förderverfahren
Ein entscheidender Standortfaktor für Investitionen ist die Geschwindigkeit staatlicher Verfahren. Unternehmen investieren dort, wo Genehmigungen, Förderentscheidungen und administrative Abläufe schnell und effizient organisiert sind.

In Brandenburg und auch in der Lausitz sind Verwaltungs- und Förderprozesse jedoch häufig noch immer zu komplex, zu langwierig und zu stark von analogen Abläufen geprägt. Für Unternehmen bedeutet dies unnötige Kosten, Planungsunsicherheit und oftmals erhebliche Verzögerungen bei Investitionsprojekten.

Die Wirtschaft der Lausitz erwartet daher eine konsequente Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung. Förderverfahren müssen vollständig digital abgewickelt werden können – von der Antragstellung über die Prüfung bis zur Bewilligung. Gleiches gilt für Genehmigungs- und Planungsverfahren bei Investitionen und Bauprojekten. Digitale Verfahren müssen landesweit einheitlich organisiert werden.

Verbindliches Controlling nach Unternehmensvorbild
Die Wirtschaft fordert die Einführung eines öffentlichen „Lausitz-Dashboards“ mit klaren Kennzahlen (KPIs). Der Fortschritt der Transformation muss transparent gemessen und berichtet werden, um den Erfolg sicherzustellen und Steuergelder effizient einzusetzen.

Gemeinsame Verantwortung für die wirtschaftliche Zukunft der Lausitz
Die organisierte Wirtschaft der Lausitz sieht sich als aktiver Partner der Politik bei der Gestaltung des Strukturwandels. Unternehmen, Wirtschaftsverbände, Wissenschaftseinrichtungen und Kommunen der Region sind bereit, Verantwortung zu übernehmen und gemeinsam an der wirtschaftlichen Entwicklung der Lausitz zu arbeiten.

Vor diesem Hintergrund laden wir die Ministerin für Wirtschaft und Europa des Landes Brandenburg, Frau Martina Klement sowie den Staatssekretär, Herrn Dr. Markus Niggemann jederzeit herzlich zu einer Gesprächsrunde mit unseren Mitgliedern nach Cottbus ein.

Lausitz, 18. März 2026

Ralf Henkler
Leiter der Wirtschaftsregion Brandenburg
Der Mittelstand BVMW

Marion Hirche
Landgeschäftsführerin Bundesverband für Wirtschaftsförderung und Außenwirtschaft

Janet Jurk
Vorstandsvorsitzende Pro Lausitz e.V.

Ralf Möbius
Geschäftsführer der Geschäftsstelle des UVB e.V. Cottbus/Frankfurt (Oder)

Roland Peine
Vizepräsident UVBB Unternehmerverband Brandenburg-Berlin e.V.

Katrin Bartsch
Vorstandsvorsitzende WiL – Wirtschaftsinitiative Lausitz e.V.

PDF-Datei

5. LAUSITZFORUM 2038 am 04.11.2026

Die Lausitz steht vor einem historischen Wandel. Der Strukturwandel bringt viele Herausforderungen – aber auch enorme Chancen! Beim 5. LAUSITZFORUM 2038 treffen erneut Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft aufeinander, um innovative Lösungen zu entwickeln und den Mittelstand zu stärken. Das Forum ist mehr als eine Konferenz – es ist eine Plattform für den wirtschaftlichen Wandel, ein Schaufenster für Erfolgsgeschichten und eine Bühne für mutige Ideen. Nutzen Sie die Gelegenheit, Ihre Stimme einzubringen, Lösungen zu diskutieren und die Zukunft der Lausitz aktiv mitzugestalten!

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Foto und Text: UV Sachsen und UV Brandenburg-Berlin