Ostdeutscher Unternehmertag 2026: Erfolgreiche Transformation in Ostdeutschland in unruhigen Zeiten
Wie gelingt die Transformation der ostdeutschen Wirtschaft – und welche politischen Weichen müssen dafür jetzt gestellt werden? Mit diesen Fragen kamen beim 8. Ostdeutschen Unternehmertag in Potsdam mehr als 150 Gäste aus Mittelstand, Politik, Wissenschaft und Gesellschaft zusammen. Auf Einladung der Interessengemeinschaft der Unternehmerverbände Ostdeutschlands und Berlin und der comprend GmbH wurde über die aktuellen Herausforderungen, aber vor allem über die Chancen des Wirtschaftsstandorts Ostdeutschland diskutiert.
Im Mittelpunkt standen die Standortbedingungen und der klare Auftrag an die Bundesregierung, endlich die entscheidenden Reformen für einen breiten wirtschaftlichen Aufschwung auf den Weg zu bringen. Gleichzeitig warf die historische Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ihre Schatten voraus und sorgte auch beim Unternehmertag für Diskussionen über die politischen Entwicklungen und deren Bedeutung für Wirtschaft und Gesellschaft in Ostdeutschland.
Dr. Burkhardt Greiff, Sprecher der Interessengemeinschaft der Unternehmerverbände Ostdeutschlands und Berlin und Präsident des Unternehmerverbandes Brandenburg-Berlin sagte dazu:
„Die Stimmung in der ostdeutschen Wirtschaft und Gesellschaft ist schlecht – und das ist längst mehr als ein Warnsignal. Das Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt zeigt, wie tief die Frustration inzwischen sitzt. Was wir brauchen, ist ein klarer wirtschaftspolitischer Kurs, der Investitionen ermöglicht, Wachstum schafft und den Menschen wieder eine Perspektive gibt. Wenn Politik den Aufbruch nicht organisiert, überlässt sie ausgerechnet den Kräften das Feld, die unsere freiheitliche und demokratische Ordnung infrage stellen. Das dürfen wir nicht zulassen.“
Wirtschaftspolitisch lag der Fokus des 8. Ostdeutschen Unternehmertages auf innovativem Bauen, Künstlicher Intelligenz und dem Wandel der Arbeitswelt sowie der Finanzierungsfrage der Transformation. In vier Foren diskutierten Vertreter aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Verwaltung über die jeweiligen Herausforderungen und Chancen – von den Megatrends im Bauen über die Finanzierung des Mittelstands und die Auswirkungen von KI auf die Arbeitswelt bis hin zu den politischen Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Transformation Ostdeutschlands. Zu den Teilnehmern gehörten unter anderem Prof. Dr. Alexander S. Kritikos, Mitglied im Vorstand des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Nora Baum, CFO von Sonocrete, Peter Sänger, Geschäftsführer der Green City Solutions GmbH, Marion Richter, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Cottbus, Dr. Friederike Haase, Staatssekretärin im Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt des Landes Brandenburg, sowie Jens Graf, Geschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes Brandenburg, und Johannes Steiniger, Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Wirtschaft und Energie. Neben den Diskussionen auf den Bühnen stand auch die Vernetzung im Mittelpunkt: Beim großen Ausstellungsbesuch und in den Pausen nutzten die Teilnehmer die Gelegenheit für Gespräche, neue Kontakte und den Austausch über konkrete Lösungen.
Neben zahlreichen Unternehmerinnen und Unternehmern aus Ostdeutschland nahmen auch Vertreter der Bundes- und Landespolitik am Unternehmertag teil. Die Konferenz versteht sich traditionell als Plattform für Dialog und direkten Austausch zwischen Wirtschaft und Politik – gerade in Zeiten großer Unsicherheit und wachsender Unzufriedenheit im Mittelstand. So nahm die Ostbeauftragte der Bundesregierung, Elisabeth Kaiser, beim Unternehmertag die aktuelle Unternehmerbefragung der Interessengemeinschaft der Unternehmerverbände Ostdeutschlands und Berlin und der Ostdeutschen Allgemeinen entgegen.
Die Ergebnisse zeigen deutlich: Ostdeutschland hat kein Potenzialproblem, sondern ein Umsetzungsproblem. Die Unternehmen sind bereit zu investieren, Innovationen voranzutreiben und ihre Regionen weiterzuentwickeln. Doch zu viele Vorhaben werden aufgeschoben oder scheitern an politischen Rahmenbedingungen, Bürokratie, fehlender Planungssicherheit und weiteren Standorthemmnissen. Die Botschaft der Unternehmer ist damit klar: Das Potenzial für den wirtschaftlichen Aufbruch ist da – jetzt muss die Politik dafür sorgen, dass aus unternehmerischem Wollen auch tatsächliches Machen wird.
Der Ostdeutsche Unternehmertag hat sich auch 2026 als wichtige Plattform für den ostdeutschen Mittelstand weiter etabliert. Mit mehr als 170 Gästen und einer breit aufgestellten Ausstellung wurde die Vielfalt und Innovationskraft der regionalen Wirtschaft sichtbar, vom Handwerk über industrielle Mittelständler bis hin zu KI-Dienstleistern und innovativen Hochschulen. Der Unternehmertag bot damit nicht nur Raum für die Diskussion wirtschaftspolitischer Fragen, sondern auch einen direkten Einblick in die Perspektiven, Herausforderungen und Ideen der Unternehmerinnen und Unternehmer vor Ort.
Dr. Burkhardt Greiff sagte zum Abschluss:
„Der heutige Unternehmertag zeigt: Transformation kann in Ostdeutschland gelingen. Hier kommen kluge Köpfe zusammen, hier entstehen innovative Ideen und hier gibt es Unternehmen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und Zukunft zu gestalten. Dafür brauchen wir aber deutlich bessere Rahmenbedingungen. Wenn Politik Planungssicherheit schafft, Investitionen ermöglicht und bürokratische Hürden abbaut, sind die Menschen im Osten bereit, die Herausforderungen anzunehmen. Wir sollten Transformation nicht als Bedrohung begreifen, sondern als Chance: für eine nachhaltige, innovative und wettbewerbsfähige Wirtschaftsregion mit den Arbeitsplätzen der Zukunft – und damit für ein starkes Deutschland in einem freien und geeinten Europa.“
Premiere beim Ostdeutschen Unternehmertag: Der ostwärts-Preis
Erstmals wurde im Rahmen des Ostdeutschen Unternehmertages der ostwärts-Preis verliehen. Ausgezeichnet wurden Unternehmer und Projekte, die gerade in herausfordernden Zeiten ein Signal des Aufbruchs setzen, neue Ideen vorantreiben und zeigen, wie Innovation und wirtschaftliche Verantwortung konkret aussehen können. Prämiert wurden die rohrgroup GmbH aus Berlin für ihre innovative Arbeit im Bereich der Bestandssanierung, die intervista AG aus Potsdam für das Projekt „Künstliche Intelligenz mit einem Gewissen auszustatten“ sowie die EXPO 2035 GmbH für ihr Engagement für eine gemeinsame Bewerbung Berlins und Brandenburgs um die Ausrichtung einer EXPO 2035 – als Impuls für wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Aufbruch in der Hauptstadtregion.
Der Ostdeutsche Unternehmertag bietet eine Plattform für Austausch, neue Kontakte und konkrete Impulse für die Zukunft des Mittelstands.
Der Unternehmertag fand am 8. September 2026 im Kongresshotel Potsdam statt.
Weitere Informationen und Anmeldung unter:
www.ostdeutscher-unternehmertag.de
Veranstalter: comprend GmbH
Pressekontakt:
Martin Metzen
Telefon: 0331 581649-13
E-Mail: martin.metzen@comprend.de
Foto: Ostdeutscher Unternehmertag

