Dipl. Ing. (FH) Lothar Starke
Inhaltsverzeichnis
Teil I
Die Entwicklung der analogen Automatisierungstechnik
Teil II
Die Voraussetzungen für die Digitalisierung in der Automatisierungstechnik
Teil III
Digitale Prozessleitsysteme
Teil IV
Die Entwicklung des digitalen Prozessleitsystems „audatec“ in den Geräte- und Regler-
Werken Teltow (GRW)
Teil V
Die Markteinführung des Prozessleitsystems „audatrec“
Teil VI
Die intelligente Fabrik, Smart Factory – Industrie 4.0
III Digitale Prozessleitsysteme
Die Entwicklung des Digitalrechners und der Mikroelektronik hat erneut eine neue Stufe der Automatisierungstechnik eingeleitet,die mit dem Begriff der Kybernetik (Kunst des Steuerns) verknüpft ist.
1976 hat die Firma Honeywell USA das erste digitale Prozessleitsystem auf der Basis von Mikroprozessoren, TDC 2000 (Distributed Control System) geschaffen.
Das System hatte eine Konfiguration, bei der ein Controller bis zu acht Steuerschlaufen (Eingänge und Ausgänge) auf einer Controller Board steuerte.
Die Controller-Regelung war mit einem Data Highway verbunden und die Daten wurden einem Prozesscomputer zur Verfügung gestellt.
Die Betreiber konnten dann Prozessdaten lesen und Daten wie Setpoints und Outputs an die Verantwortlichen schreiben.
Das ermöglichte es, viele Steuerschleifen in einem System zu überwachen und abzustimmen.
Die Kommunikation zur Früherkennung wurde in Koaxialkabeln bereitgestellt.
Ab 1975 wurde in den Geräte- und Regler-Werken Teltow ebenfalls eine neue Generation von Automatisierungsanlagen auf der Grundlage von Mikroprozessoren entwickelt.
Diese Anlagen stellen den Übergang von der analogen Technik zur digitalen Prozessleittechnik dar.
Diese Anlagengeneration ist 1984 unter der Bezeichnung audatec im GRW Teltow in die Serienproduktion gegangen und hat bei den Automatisierungsanlagen alle Prozesse nachhaltig verändert.
Eine weitere Entwicklungsstufe stellte das von SIEMENS entwickelte Prozessleitsystem Teleperm M dar, welches 1980 zur Interkama vorgestellt wurde. Das neue Softwaresystem mit bereits programmierten Funktionseinheiten führte zu einer deutlichen Reduzierung des Aufwandes bei der Projektierung und der Realisierung.
Zu Anfang kam bei Teleperm M der speziell entwickelte CS275-Bus zum Einsatz mit einer Brutto-Datenrate von 275 kBit, der nach dem Token-Passing-Verfahren funktioniert.
Später kam noch der Teleperm-Anlagenbus hinzu, eine Portierung des CS275-Protokolls für Profibus-Netze.
Die Entwicklung von digitalen Leitsystemen erfolgte auch bei weiteren Unternehmen z. B. Yokogawa (CENTRUM-System), Bristol (UCS 3000-System), Valmet, Bailey oder Fischer& Porter.
Vorreiter und Weltmarktführer bei modernen Gerätesystemen ist SIEMENS mit dem System Simatic.
Die aktuelle Version ist seit 1994 das System Simatic S7, deren Ursprung 1973 in der
speicherprogrammierten Steuerung Simatic S3 lag.
Die Simatic S7 gehört in den Bereich der Totally Integrated Automation.
Mittlerweile werden nicht nur Steuerungen, sondern auch weitere Produkte unter dem Namen Simatic geführt. Dazu gehören:
– Speicherprogrammierbare Steuerungen (SPS)
– Dezentrale Peripherie
– Sensoren
– Regelsysteme
– Software zur Programmierung der SPS
– Programmiergeräte
– Bedien- und Beobachtungssysteme
– Industrielle Kommunikation
– Prozessleitsystem (Simatic PCS 7)
– Produktionsleitsystem
Die digitale Automatisierungstechnik ist eine wichtige Grundlage für die zukünftige Entwicklung.
Nach dem 2013 verabschiedeten Konzept in Deutschland ist das Ziel die „Intelligente Fabrik“.
(Smart Factory)
Dazu muss die Automatisierungstechnik durch die Einführung von Verfahren der
Selbstoptimierung, Selbstkonfiguration, Selbstdiagnose und Kognition intelligenter werden.
Die Broschüre zu diesem Thema ist im Industriemuseum erhältlich
Lothar Starke
Vorsitzender
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