Das Schuljahr ist vorbei – eine Bilanz
Die Sommerferien haben für die Schüler begonnen und alle erholen sich auf verschiedenste Art und Weise vom Schulalltag. Damit können wir Bilanz ziehen. Das Informationszentrum Berufs- und Studienorientierung (IZB) beim Industriemuseum Teltow kann wieder auf ein erfolgreiches Schuljahr zurückblicken. Wir hatten fast 1050 Kinder und Jugendliche von Klasse 3 bis zum Azubi im Museum.
Dort wurde lehrplanbezogen sowohl die Entwicklung der industriellen Revolution ab dem 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart erarbeitet als auch ganz konkret die Geschichte der Kommunikationstechnik oder des Teltowkanals erforscht. Noch interessanter ist für die Jugendlichen die Programmierung eines kleinen Roboters oder einer Ampelschaltung oder der 3D-Druck. Selbermachen bringt die besten Erkenntnisse. Macht man einen Fehler, muss man ihn korrigieren, damit das gesteckte Ziel erreicht werden kann. Natürlich ist die Anschauung funktionierender Dampfmaschinenmodelle auch eine gute Anregung zum Basteln!
Die Klassen kamen von 28 Schulen aus Teltow, Kleinmachnow, Großbeeren, Potsdam, Berlin, Wünsdorf, Dahme/Mark und Eisenhüttenstadt.
Gleichzeitig hat das IZB für das Weinberg Gymnasium Kleinmachnow eine Studienorientierungswoche für die 11. Klassen organisiert. Dabei werden die verschiedensten Möglichkeiten nach dem Abitur von Vertretern der Hochschulen, Ingenieurberufen, der Arbeitsagentur, der Handwerkskammer, der Bundeswehr und der Polizei sowie das Freiwillige Soziale Jahr vorgestellt. An drei Tagen gehen die Jugendlichen in die Universitäten, Hochschulen und Unternehmen, um konkret Einsicht in die Möglichkeiten zu nehmen. Diese Studienorientierungswoche organisiert das IZB seit 2010.
Für die Zille-Grundschule Stahnsdorf wurde für die ca. 100 Kinder der 5. Klassen – wie seit 2009 jedes Jahr – ein „Tag zum Berufe kennenlernen“ organisiert. In kleinen Gruppen besuchten die Schülerinnen und Schüler 12 Unternehmen und Einrichtungen – vom Bürgermeister, über Feuerwehr, Pflegedienst, Vermesser, Elektrobetrieb, Baustelle, Immobilienbüro bis Schneider und Bäcker. Arbeitsinhalte, Anforderungen und Arbeitsbedingungen konnten am konkreten Beispiel erfahren und im WAT-Unterricht ausgewertet werden.
In Unternehmen gehen auch andere Fünftklässler. Die beiden 5. Klassen der Grundschule „Am Seeberg“ in Kleinmachnow besuchten in diesem Jahr E.DIS in der Oderstraße in Teltow und den benachbarten Marktkauf, in dem sie richtig aktiv werden konnten. Für die vier 5. Klassen der Stubenrauch-Grundschule Teltow holt das IZB jedes Jahr Einrichtungen und Firmen ins Industriemuseum. In diesem Jahr haben die Holzwerkstatt Potsdam, MWA Kleinmachnow, die Feuerwehr und die Polizei Teltow sowie die Stadtverwaltung Teltow und ihr Eigenbetrieb „MenschensKinder“ den Schülerinnen und Schülern erläutert, was und wie bei ihnen gearbeitet wird. Das ist in jedem Jahr sehr gefragt, weil die Kinder Teile der Uniform anziehen dürfen, genau sehen was die Polizisten und Feuerwehrleute alles für ihre Arbeit brauchen. In der Werkstatt dürfen sie unter Aufsicht hobeln, sägen und feilen.
Die 5. Klasse der Grundschule „Am Röthepfuhl“ in Ruhlsdorf geht an drei Tagen in Unternehmen, um Berufe kennenzulernen. Seit 2012 organisiert das IZB diese Aktionstage. Im Februar 2026 wurden die Kinder von einem Vertreter von „LandAktiv“ aus Seddiner See altersgerecht und mit viel spielerischer Freude mit den „Grünen Berufen“ vertraut gemacht. An den nachfolgenden Tagen besuchten wir die Schleifenmanufaktur Stange Berlin, Gottlieb Tesch Kanal- und Rohrleitungsbau, Günter Papenburg Steuerungs- und Anlagenbau sowie Kältetechnik Richter & Scholz. Alles Betriebe in der Umgebung der Schule. Das ist eine gute praktische Ergänzung des WAT-Unterrichts.
Auch die beiden 5. Klassen der Eigenherd Grundschule Kleinmachnow sollen durch unsere Vorbereitung Berufe in der Region kennenlernen. In diesem Jahr haben wir benachbarte Bootsbaufirmen mit Angeboten im Museum verbunden. Die Teltower Polizei und SPITZKE aus Großbeeren haben im Museum die Schüler informiert. Der andere Teil der Klasse besuchte „Norman Bootsbau“ bzw. „Mein Hausboot Teltow“, wo sie das Entstehen eines Bootes, die notwendigen Arbeiten daran sowie die Vielfalt der beruflichen Anforderungen erleben konnten.
Seit Jahren organisiert das IZB für die Evangelische Gesamtschule Kleinmachnow eine Praktikumsmesse für die 8. und 10. Klassen. 16 Unternehmen und Einrichtungen stellten sich den Schülern vor, in denen sie ein Praktikum absolvieren können.
Für das Marie-Curie-Gymnasium Ludwigsfelde bereiten wir ebenfalls einen Berufetag in der Schule vor, an dem 17 Unternehmen und Behörden den Schülern der 9. Klassen ihre Ausbildungsberufe vorstellten, um Einblicke in die beruflichen Möglichkeiten in der Region zu erhalten.
Am „Markt der Berufe“ der Biesalski-Schule Berlin-Zehlendorf, einem Förderzentrum für körperliche und motorische Entwicklung, hat das IZB mit einem Stand teilgenommen. Dadurch ist ein neuer Kooperationsvertrag zwischen der Schule und dem IZB zustande gekommen, der sofort mit Leben gefüllt wurde.
Überhaupt haben wir eine enge Zusammenarbeit mit Förderschulen mit Schwerpunkt „Lernen“ – in Potsdam und Kleinmachnow – sowie mit der Eschke-Schule für Gehörlose in Berlin. Hierbei steht praktisches Arbeiten im Mittelpunkt. Die „Eschke.-Schüler“ haben beispielsweise eine Verkehrsampel programmiert und sich an 3D-Druckerstiften versucht.
Mit den Schülern der 8. Klasse der Förderschule Kleinmachnow waren wir in Vorbereitung auf das spätere Praktikum im Tiefbauunternehmen Gottlieb Tesch und bei Selgros in Stahnsdorf sowie bei der Kältetechnik Richter & Scholz und der Union Sozialer Einrichtungen (USE) in Teltow.
In diesem Jahr haben sechs Schüler der 9. und 10. Klassen beim IZB ihr Schülerbetriebspraktikum absolviert. Sie kamen von der Grace-Hopper-Gesamtschule Teltow, der W.-von-Steuben-Gesamtschule Potsdam, dem Weinberg Gymnasium Kleinmachnow und dem Bertha-v.- Suttner-Gymnasium Potsdam.
Mit all diesen Aktivitäten des IZB konnten in diesem Schuljahr 2123 Schülerinnen und Schüler erreicht werden. Die Projekttage im Museum, die Messen in den Schulen und die Exkursionen in Firmen und Einrichtungen der Region können nicht nur durch die zwei MitarbeiterInnen des IZB, die alles organisieren, abgedeckt werden. Dazu haben wir inzwischen einen Stamm von 14 ehrenamtlich Mitarbeitenden aufbauen können, die mit viel Engagement an einer praxisorientierten, naturwissenschaftlich-technischen Bildung der Kinder und Jugendlichen arbeiten. Dabei geht es auch um die Anwendung des in der Schule gelernten theoretischen Wissens. Sie versuchen das Interesse an neuen technischen Entwicklungen zu wecken, über die damit verbundenen Berufe zu informieren sowie anzuregen, KI kritisch zu hinterfragen.
Dafür gilt ihnen unser herzlicher Dank und auch die Anerkennung durch die Lehrer, die die Klassen zu uns begleiten.
Ein ebenso großes Dankeschön richten wir an all die Unternehmen, Behörden und Einrichtungen, die das IZB bei der beruflichen Orientierung der Kinder in der 5. Klasse, der Jugendlichen der 8. und 10. Klassen in Vorbereitung auf Praktikum oder Berufsausbildung sowie die 11. Klassen bei der Studienorientierung unterstützen. Ohne sie wäre die Arbeit des IZB nur halb so interessant und wirkungsvoll.
Auch in den Sommerferien wollen wir den Kindern die Möglichkeit zum Basteln geben: jeden Mittwoch in der Zeit von 9.00 – 12.00 halten wir Bastel-Sets bereit.
Dr. Inge Retzke
Lothar Starke
Vorsitzender
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Foto: Industriemuseum Region Teltow

